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Aktuelles, Ankündigungen, Berichte

März 2026

Dies und das

Montag, 16.3.26

Fahrradmesse 

Einen kurzen Bericht über die gestrige Fahrradmesse in der Andreas-Passage bzw. den Stand unserer Tandem-Gruppe findest du auf der Seite "Tandem-Gruppe". Hier sei erwähnt, dass wir diese Gruppe gerne öffnen möchten als inklusives Angebot für Menschen, die Lust haben, mit uns zu radeln - ob mit einem Tandem oder normalen Zweirad. 

Gerne können unsere Gruppentandems auch probe-geradelt und bei Gefallen einige davon käuflich erworben werden. 

Wenn du Interesse hast, nimm gerne Kontakt zu uns auf. 

 

Neu auf der Info-Seite 

Nun endlich gibt es dort Infos und diverse Links zur weiter unten beschriebenen KI-gestützten Brille "RAY BAN" von Meta. 

Weil sie als erste ihrer Art immer wieder im Gespräch ist, habe ich auch etwas zur "OrCam" geschrieben. 

Unter dem Stichwort "Lesen" habe ich den Text um Infos und einen Link zum "hable Speechlabel" ergänzt. Das ist eine App, mit der man Etiketten besprechen und die Infos abhören kann, ohne ein extra Gerät wie den "PEN Friend" zu benötigen. Unter diesem Stichwort findest du weitergehende Infos zu diesen beiden sehr praktischen Alltagshelfern. 

 

Fahrradmesse 

Sonntag, 8.3.26 

Am kommenden Sonntag (15.3.) haben wir von 10 bis 17 Uhr mit unserer Tandem-Gruppe einen Stand auf der Fahrradmesse in der Andreaspassage. Wir freuen uns, dass wir unsere Gruppe dort präsentieren können! 

Mit dabei sind neben uns und einige unserer Piloten ein "normales" Tandem und ein "Pino" von Hase-Bike. Das ist ein E-Tandem, bei dem der Pilot HINTEN auf der üblichen Fahrradsattelhöhe sitzt und die sehbeeinträchtigte Person (ich in diesem Fall, weil es meinem Mann und mir gehört) vorne - etwa auf Stuhlhöhe mit Rückenlehne und einer kleinen, breiten Sitzfläche. Ich habe seitlich an der Sitzfläche zwei kleine Griffe zum Festhalten. Die Pedale erreiche ich mit nach vorn ausgestreckten Beinen, ähnlich wie beim Liegerad. Cool an diesem Rad ist, dass man es auf normale Fahrradlänge zusammenschieben und auf einem herkömmlichen Autoheckträger transportieren und problemlos im Zug mitnehmen kann. 

Es gibt noch viele andere spezielle Tandems, von denen wir aber leider nur Fotos dabei haben werden. Eines kann man wie ein Lastenanhänger an ein normales Fahrrad hängen, ein anderes hat zwei Räder vorne und ist speziell nach Wunsch angefertigt worden. 

Einige normale Tandems würden wir gerne verkaufen, um Reparaturen an unseren Gruppentandems finanzieren zu können. Auch davon werden wir Fotos dabeihaben. Für eine Probefahrt bräuchte es einen extra Termin. 

Riesig freuen würden wir uns, wenn wir mit vielen Menschen über die Tandem-Gruppe, ABS, Blindheit und Sehbehinderung ins Gespräch kommen. Und vielleicht sind ja auch einige dabei, die gerne bei uns mitmachen möchten - als Betroffene, Piloten oder ehrenamtliche Helfer. 

Falls du also Interesse hast, unsere Tandems oder uns mal kennenzulernen, besuch uns gerne nächsten Sonntag. Wir stehen am Ausgang zur Andreaskirche. 

Oder schau mal auf die Seite "Tandem-Gruppe". 

Februar2026

Blinde und ihre Handys - ein Erlebnis im Kino 

Samstag, 21.2.26 

Eigentlich gibt es viele großartige Hilfsmittel, die uns vielfältige Möglichkeiten eröffnen, Dinge zu tun, die seheingeschränkten Menschen lange Zeit verwehrt blieben. Das Smartphone ist das Highlight unter den Hilfsmitteln, weil wir es immer dabei haben. Wie andere Menschen auch, die es exzessiv nutzen und damit optisch wie akustisch andere zur Weißglut bringen. Und das wiederum müssen wir manchmal ausbaden, wie mir eine Teilnehmerin unserer ABS-Gruppe als Beitrag für diesen Blog schrieb:

"Ich war mit einer Freundin im Kino. Ihr müsst denken, was machen Blinde im Kino, aber es macht Spaß, weil es Greta gibt. Greta ist eine App für Audiodeskription, und so können auch wir Blinden Filme erleben, meist sogar noch besser als Ihr Sehenden. 
Ich war schon mal mit Greta im Kino und konnte diese App somit auch schon einmal ausprobieren. Es war "Der Buchspazierer" - ein super Film! 
Meine Freundin war noch nicht mit Greta im Kino. Eine hilfreiche Person hatte ihr die App installiert und auch den Film heruntergeladen, weil das die Voraussetzung dafür ist, dass man im Kino dann auch die Audiodeskription hören kann. Sie hatte allerdings noch nicht ausprobiert, wie man Greta im Kino startet. Sie versuchte es und hatte somit ihr Handy an ... aber nur so lange, bis von hinten eine Stimm sagte: "Mach doch mal das Handy aus!" Und schon zuckte sie, beendete Greta, schloss das Handy und bekam mit Sicherheit nur halb so viel von diesem wunderbaren Film mit wie ich. Sehr traurig und wieder kam mir der Gedanke, warum man sich nicht wehrt gegen Unwissenheit, Ignoranz und Egoismus.
Da müssen wir noch sehr viel üben." 

Genau - wir müssen üben, gelassen zu bleiben und freundlich aufzuklären, Also uns z. B. zu dem Menschen umdrehen und sagen: "Entschuldigung, ich bin blind und möchte hier auf meinem Handy eine Hörfilmfassung starten, die mir den Film erklärt. Können Sie mir vielleicht dabei helfen? Dann geht es schneller!"  

Aber statt um Verständnis oder Hilfe zu bitten, fühlen wir uns schnell als diejenigen, die wieder mal auffallen, aufhalten, stören mit unseren Extrawürsten. Doch nur, wenn wir uns oder unsere Behinderung trotzdem NICHT verstecken, ins Kino oder Museum gehen und alles tun, was wir wollen, auch wenn es auf Unwissende erstmal irritierend wirkt, wird unsere "Teilnahme am gesellschaftlichen Leben" für Menschen ohne Einschränkungen irgendwann eine Selbstverständlichkeit werden. Und es ist UNSERE Aufgabe, den Sehenden unsere Welt geduldig und verständnisvoll zu erklären. Ihr Interesse, ihre Neugierde und ihre Bereitschaft, dazuzulernen, sind größer denn je. Doch diese innere Größe müssen wir uns z. T. hart erarbeiten, und vor allem frisch Betroffenen fällt Gelassenheit schwer, weil sie mit sich selbst noch so ungeduldig sind. - Das ist ein gutes Thema für unsere "SoulFit"-Gruppe. 

 

Cajon-Workshop 

Montag, 9.2.26 

Das waren großartige Stunden! 

Letzten Samstag fand mit 19 Teilnehmern und wunderbar angeleitet von Ralf Dittrich unser inklusiver Cajon-Workshop im Gemeindesaal von Matthäus statt. Wir - das waren je zwei Blinde und Sehbehinderte aus unserer ABS-Gruppe und 15 andere Menschen verschiedensten Alters. Ralf, der im Anleiten und Zusammenspiel großer Gruppen ein "alter Hase" ist, brachte seine Papp-Cajons mit und eine Bluetooth-Box mit mächtig "Wumms". Die Cajons wurden im Halbkreis aufgestellt, wir durften darauf Platz nehmen und waren gespannt auf das, was uns erwartet. 

Es fing mit dem bekannten Rhythmus von "We will rock you" von Queen an. Sehr guter Einstieg - den kann jeder! Zweimal mittig auf die Vorderseite des Cajons geschlagen ergab die ersten beiden Basstöne, vorne an die obere Kante geschlagen den Snare-Klang des dritten "Tons". Erklärt, gezeigt, geübt und dann zum Original-Lied mitgetrommelt. Mit so vielen Cajons macht das mega Spaß! 

Ralf steigerte dann nach und nach den Anspruch - verschiedene Rhythmen während eines Liedes, auf zwei Gruppen aufgeteilt, abwechselnd oder gleichzeitig und irgendwann auch noch in Kombination mit einem Ei - Shaker in der einen Hand und dem gleichzeitig getrommelten Rhythmus mit der anderen. 

Hatte ich angekündigt, dass es auch für Anfänger geeignet sei? Ja, und das war es auch. Wem ein Rhythmus zu schwierig war, hat ihn "abgespeckt", mal ausgesetzt oder sein "eigenes Ding" gemacht. In einer so großen Gruppe fiel das nicht weiter auf, und alle kamen auf ihre Kosten und hatten Spaß. 

Und die "Maulwürfe" unter uns? Manchmal vergaß Ralf, seine Handbewegungen mit Worten zu untermalen. Das war durchaus eine besondere Herausforderung für ihn, weil es außerhalb seiner Routine war. Und auch für uns, die wir nicht mal eben abgucken konnten, was er tut. Aber er hatte immer wieder ein Auge auf uns und hat sich um weitere Erklärungen bemüht, wenn unser Gehör und die Konzentration nicht mitkamen. Doch nur, wenn wir immer wieder den Mut haben, unsere Komfortzone zu verlassen und Neues auszuprobieren, wachsen wir und erweitern unsere Grenzen! 

Fazit: Ein Erfolgserlebnis für alle! Und für viele sehende Teilnehmer der erste Kontakt mit blinden Menschen. In den Rückmeldungen nach dem Workshop waren immer wieder nachdenkliche und beeindruckte Fragen und Kommentare über uns zu hören. Ein weiterer Grund, sowohl den Cajon-Workshop als auch andere Veranstaltungen immer wieder in inklusiver Form anzubieten. 

Januar 2026

Ist da jemand? - Social Media - Präsenz 

Samstag, 17.1.26 

Ich schreibe hier immer so vor mich hin und weiß gar nicht, wer das so alles liest. Ich würde mich über Rückmeldungen freuen - nicht nur von Cyber-Kriminellen, die mir regelmäßig kryptische Mails schicken. Mein Wunsch, dass sich andere Betroffene mit ihren Geschichten, mit Beiträgen zur Info-Seite oder Anregungen hier mit einbringen, dass vielleicht sogar Sehende sich mit Rückfragen oder Angeboten an mich wenden, hat sich bis jetzt nicht erfüllt. Vermutlich auch deshalb, weil wir mit dieser Seite nicht so viele Menschen aktiv erreichen. 

Ich gestehe, dass ich kein Fan von Kommentar-Funktionen bin. Allein die Berichte von Freunden, die auf Facebook und Co unterwegs sind, über den Shit, der dort oft gepostet wird, schrecken mich ab, mich in diesen Netzwerken herumzutreiben. Andererseits würde ich sehr gerne unsere Gruppe auch für jüngere Betroffene oder Interessierte öffnen, die ich nur über die Social Media - Kanäle erreiche. 

Da aber niemand aus unserer Gruppe Erfahrung damit hat, hege ich einen weiteren Wunsch: Es wäre toll, jemanden zu finden, der ABS über die Sozialen Medien bekannter macht. Vielleicht gibt es ja zufällig einen Leser, eine Leserin dieser Seite, die sich vorstellen könnten, das für und mit uns zu übernehmen - oder meinen Wunsch mit anderen teilt, die Interesse haben könnten? 

 

Wir haben was zu bieten! 

Samstag, 17.1.26 

Neulich unterhielt ich mich mit einer sehenden Bekannten über Sport. Ich erzählte ihr von unserem BodyFit-Angebot, durch das ich und viele andere aus unserer Gruppe endlich die Möglichkeit haben, regelmäßig etwas für die Fitness und das körperliche Wohlbefinden zu tun. Daraufhin meinte sie, dass sie selbst die Versuche, sich Sportgruppen anzuschließen, aufgegeben habe, weil sie eher der "Körper-Klaus" sei und Sorge hat, dass die anderen sich über sie lustig machen. 

Da kam mir der Gedanke, dass unsere Seheinschränkungen ja nicht nur ein Defizit sind, das uns hilfebedürftig macht, sondern eine Besonderheit, durch die wir anderen auch etwas geben können - in diesem Fall einen geschützten Raum für sportliche Aktivitäten, in dem man keine Angst haben muss, sich zum Deppen zu machen. Bei uns geht es um den Sport, nicht um das richtige Outfit, tolles Aussehen oder darum, eine gute Figur zu machen! Deshalb herzliche Einladung auch an sehende Menschen, die uns beim Sport assistieren und gleichzeitig in diesem besonderen Rahmen selbst mitturnen möchten! 

 

SoulFit und neuer Buchtipp 

Sonntag, 11.1.26 

Letzten Dienstag war unser zweites SoulFit-Treffen. Eigentlich wollte ich hier nur einen Aspekt des Treffens herausgreifen, aber diese Form des Austauschs ist noch so neu für uns, und die Themen bewegen mich und klingen nach, also seht es mir nach, dass ich wieder mehr erzähle: 

Ein Prozess, durch den alle müssen, deren Sehbehinderung oder Blindheit erst im Laufe ihres Lebens aufgetreten ist, ist der Weg zur Akzeptanz der eigenen Situation. Das ist meist ein langer Prozess mit viel Trauerarbeit. Und genau wie die von Elisabeth Kübler-Ross beschriebenen Phasen der Trauer steht die Akzeptanz ganz am Ende. Die erste Phase ist die Leugnung. So als wäre die Sehbehinderung nicht existent, wenn wir sie ignorieren. Als würde die Akzeptanz die Behinderung erst real machen. Besonders schwierig ist dies für Menschen, bei denen der Sehverlust schleichend verläuft. 

Das kenne ich noch gut von mir:  Wir spielen die Einschränkungen herunter, schieben die Schuld für gehäuft zerbrochene Gläser oder (hoffentlich) kleinere Unfälle auf die falsche Beleuchtung oder Unkonzentriertheit und hoffen inständig, dass niemand - uns eingeschlossen - merkt, dass wir nicht mehr gut sehen können. Wir kaufen falsche Lebensmittel, weil wir die Lupe nicht nutzen möchten, dekorieren die Wohnung mit Nippes, den wir nicht sehen, werden von unseren Mitmenschen lieber für arrogant und unhöflich gehalten, weil wir sie wieder mal nicht gegrüßt (weil nicht gesehen) haben, brechen uns den Fuß, weil wir Treppenstufen übersehen haben. Oft ist der Leidensdruck ziemlich groß, oft braucht es ein Schlüsselerlebnis, bis wir endlich erkennen, wie unfassbar viel leichter und weiter unser Leben wird, wenn wir die Realität und uns akzeptieren, uns kennzeichnen, unsere Einschränkung für andere sichtbar machen, Hilfsmittel nutzen, Hilfe erbitten und annehmen! 

Mit dem Schritt der Akzeptanz geht ein großer Umbruch im Leben einher: der Verzicht auf das Autofahren, ein Berufswechsel oder vorzeitiger Ruhestand, vielleicht ein Umzug, möglicherweise der Verlust von Freunden ... Das Leben wird umgekrempelt, auch das schieben wir natürlich gerne hinaus. Der Schritt der Akzeptanz ist ein großer Kraftakt, der viel Mut erfordert! 

Hm... das waren eher meine eigenen Gedanken zu diesem Thema. Aber so ist das bei "Seelen-Gesprächen" - auch die Geschichte der anderen bringt viel in uns zum Klingen, beleuchtet unsere eigene Einstellung, unser Verhalten, unsere eigene Geschichte. Das macht diese Gespräche so kostbar und fruchtbringend! 

Ein anderes Thema war das Verhalten unserer Mitmenschen uns gegenüber. Gerade in älteren Menschen ist eine Behinderung oft noch als bemitleidenswert verankert. Alle Stärke, Selbstverständlichkeit, ja vielleicht sogar auch Stolz auf das neu errungene Leben, auf das, was wir trotz und mit der Behinderung schaffen, die täglichen Herausforderungen, die wir meistern, mein Stolz auf unsere Gruppe - all das schrumpft zusammen und triggert die früheren Gefühle der Schwachheit und Scham, wenn ich auf die Behinderung reduziert und mit diesem grässlich mitleidigen Tonfall angesprochen werde. Danach genieße ich einmal mehr die zunehmende Zahl von Leuten, die mich wie einen ganz normalen Menschen behandeln und meiner Behinderung mit Selbstverständlichkeit begegnen! Und ich freue mich über alle, die offen sind, zu lernen, die neugierig Fragen stellen, die uns ermöglichen, ein Stückchen mehr aufzuklären und Verständnis zu schaffen. 

Es ist zwar nicht Bestandteil unseres Treffens gewesen, aber hier ist ein Link zu einem Podcast mit dem Titel "Leben ohne Augenlicht - Die Welt der Blindheit" aus der Reihe "Sternstunde der Philosophie": https://open.spotify.com/episode/3bCjdNBI7qkAP4GoaGI4lH?si=157i7zUJQTKd0aUZaNjyRw&t=5&pi=fHUCeRFlSj-2b 

Es ist ein einstündiges, sehr interessantes und vielschichtiges Gespräch mit Tobias Litterst, einem geburtsblinden Philosophen, das vieles beleuchtet und viele nachdenkenswerte Aspekte beinhaltet. Litterst hat dieses Jahr ein Buch mit dem Titel "Blind sein - Ein philosophischer Erfahrungsbericht" im XS-Verlag veröffentlicht, auf das im Podcast vielfach Bezug genommen wird. 

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November / Dezember 2025

Cajon - Workshop

Dienstag, 30.12.25

Ich bin ja immer auf der Suche nach inklusiven Veranstaltungen. Und wenn ich woanders nichts finde, organisiere ich gerne auch selber etwas. Durchaus häufiger, wenn es erfolgreich war... Deshalb findet im Februar wieder ein Cajon-Workshop mit Ralf Dittrich statt (Eckdaten dazu siehe unten).

Ein Cajon (sprich: Kachon mit einem ch wie in Kachel) ist eine Kiste, auf der man trommeln kann. Du sitzt auf der Kiste (etwa Stuhlhöhe) und schlägst mit den Händen zwischen deinen Beinen auf die Kante oder Fläche der Vorderseite. Dahinter sind Drähte, Schellen u. a. befestigt, sodass es sich wie ein kleines Schlagzeug anhört. Eigentlich sind Cajons aus Holz, aber für den Workshop bringt Ralf ausreichend faltbare Papp-Cajons mit.

Wir sitzen dann in einem großen Kreis, Ralf erklärt die Rhythmen, wir üben sie gemeinsam, und dann spielen wir sie zu Playback-Songs wie z. B. "We will rock you" von Queen. Ist auch für Anfänger geeignet, macht in der Gruppe mega Spaß und bringt die Wände zum Wackeln :-)

Hier die Eckdaten:

Temin: 7.2.26 von 10 bis 15 Uhr

Ort: Matthäus-Gemeindesaal, Braunsberger Str. 3, Hildesheim

Anreise per Bus: Linien 1 und 4 Richtung Marienburger Höhe / Itzum, Haltestelle Großer Saatner (beide Linien ab ZOB)

Kosten: 25 €

Mitbringen: einen Beitrag zum Buffet für die Mittagspause

Wenn du Lust hast mitzumachen, melde dich über folgenden Link an:

https://www.formulare-e.de/f/anmeldung-cajon-workshop-trinitatis-hildesheim

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt, also am besten zeitnah anmelden.

 

 

SoulFit

Dienstag, 16.12.25

Heute war unser SoulFit-Schnuppertermin (siehe auch auf Seite "Aktivitäten"). Wir waren eine gemischte Runde aus 5 Menschen mit Seheinschränkungen und einer sehenden Angehörigen. Eigentlich ging es erstmal darum, Themen zu sammeln, doch dabei kam schon so viel zur Sprache, was uns beschäftigt, was wir gleich oder unterschiedlich empfinden, was uns ratlos, wütend oder traurig macht...

Verständnis für die Sehenden haben, die oft hilflos und unsicher im Umgang mit uns sind, war ein Thema. Wie schwierig es auch für Angehörige und Freunde ist, einzuschätzen, was wir sehen können und wo wir Unterstützung brauchen. Dass es schwerfällt, um Hilfe zu bitten, wenn die Sehbehinderung noch eine große Wunde ist, die wir eigentlich lieber verstecken möchten. Dass wir manchmal unseren eigenen Frust darüber, dass wir etwas nicht alleine können und um Hilfe bitten müssen, auf die gutmeinenden Helfer übertragen. Dass ein souveräner Umgang mit der Behinderung für beide Seiten erst möglich ist, wenn wir uns mit unseren Einschränkungen akzeptiert und selbst einen gelassenen Umgang damit gefunden haben. Dass andere Menschen keine Rücksicht auf unsere Sehbehinderung nehmen können, wenn wir uns nicht kennzeichnen.

Irgendwann waren wir aber auch bei grundlegenden Themen, die im Grunde jeder mit sich herumschleppt, ob behindert oder nicht: 

Glaubenssätze wie "Ich muss immer höflich sein!", "Ich muss perfekt oder fleißig sein, um geliebt zu werden.", "Ich bin dafür verantwortlich, dass es den anderen gut geht." und unzählige andere haben wir alle mit der Muttermilch bekommen und beeinflussen und behindern unser Empfinden, unsere Wahrnehmung, unsere Reaktionen oft negativ. Es wird deshalb z. B. in den Treffen darum gehen, diese Glaubenssätze zu erkennen und abzulegen oder positiv zu verändern.

Ich könnte noch viel mehr davon erzählen, aber das soll für einen ersten Einblick genügen. Ich werde mir bei den zukünftigen Treffen (jeden 1. Dienstag im Monat) immer mal wieder einen Aspekt herausgreifen und hier davon berichten.

Wir waren hinterher noch auf dem Weihnachtsmarkt und sind an zwei Ständen von den Verkäufern angesprochen worden, wie wir das Geld erkennen bzw. wie das mit dem Essen funktioniert, wenn man es nicht sieht. Die Fragenden haben sich fast entschuldigt für ihr Interesse, aber wir fanden es großartig, mal erzählen und ein bisschen aufklären zu können. Ob es an dieser einen Stunde Offenheit für uns selbst und die Anderen gelegen hat, dass Menschen sich auf einmal getraut haben, uns anzusprechen? Es gab auch mehr Leute als sonst, die uns freundlich den Weg freigemacht haben, fand ich. Haben wir das nur anders wahrgenommen, oder hat unsere positivere Ausstrahlung das bewirkt?

 

Neuigkeiten im Überblick

Freitag, 12.12.25

In den letzten eineinhalb Monaten war viel los und zu wenig Zeit, euch hier davon zu berichten. Deshalb nun eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten:

Das Coolste vorweg: Im Januar starten wir endlich mit dem geplanten Sportangebot für Blinde und Sehbehinderte, sowie mit der Psychoedukationsgruppe! Heute hatten wir einen Sport-Schnuppertermin, der mega Spaß gemacht hat. War ein bisschen wie Low-Level-Aerobic, jeder, wie die eigene Gesundheit und Fitness es zuließen. Die Besonderheit für uns ist, dass Antje, die die Übungen anleitet, Funktionstraining integriert, alles so genau wie möglich erklärt und auch persönliche Hilfestellung gibt, falls nötig. Am Dienstag findet eine Probe-Runde Psychoedukation (ich habe sie "Soul-Fit" getauft) statt. Beide Angebote sind bereits relativ gut mit ABSlern gefüllt, aber wenn andere Betroffene ebenfalls Interesse haben, können sie sich gerne bei mir melden. Weitere Infos zu beiden Gruppen findest du auf der Seite "Aktivitäten" unter der Überschrift "Fitness for body and soul". 

Nachtrag zum Oktober-Treffen, Thema Hilfsmittel: 

Zwei vorgestellte Hilfsmittel möchte ich besonders erwähnen. Zum einen hat Jutta sich eine Ray Ban von META gekauft. Das ist eine KI-gestützte Brille, die mit dem Smartphone verbunden wird. Sie kann Infos zur Umgebung (z. B. Gebäuden) aus dem Internet ziehen, macht Fotos und beschreibt sie (z. B. die Szene vor dir, du kannst auch gezielte Rückfragen dazu stellen), sie liest Texte vor (ebenfalls mit der Möglichkeit, Rückfragen zu stellen oder sich nur bestimmte Inhalte - ein Datum, eine Rechnungssumme, den ersten Schritt einer Anleitung... - nennen zu lassen), kann gängige Sprachen simultan übersetzen, um nur einige Funktionen zu nennen. Vor allem - sehr geil - kannst du dich per WhatsApp-Video-Anruf mit einem sehenden Menschen verbinden, der über die in der Brille eingebaute Kamera quasi auf Augenhöhe dein Sehen übernehmen und dich navigieren oder dir etwas finden helfen kann. Wie bei Be my eyes, nur dass man die Hände frei hat. Und da sie nicht speziell für unsere Zielgruppe hergestellt wird, kostet sie unter 500 €, also einen Bruchteil blindenspezifischer Brillen! Schau bei Gelegenheit mal unter "Infos A bis Z" nach. Da werde ich Links zur Ray Ban einstellen. 

Das andere Hilfsmittel gibt es noch gar nicht. Ein Teilnehmer arbeitet an einem Prototypen für einen "Alltagscoach für Blinde" mit, eine App, die detaillierte Beschreibungen zu Alltagstätigkeiten wie z. B. Reparaturen oder Kochen bietet. 

Und dann war da noch... 

... ein gemeinsamer Besuch des Theaterstücks "Mit anderen Augen" im Schauspielhaus Hannover. Ein Stück, das Sehenden die Welt blinder und sehbehinderter Menschen näherbringen soll. Es hat keine fortlaufende Handlung und "funktioniert" deshalb auch, ohne etwas sehen zu können. (Obwohl sich die Blinden unter uns etwas mehr Audiodeskription gewünscht hätten...). Besonders großartig und berührend fand ich die sehr zart und klar arrangierten Lieder, die sich mit Texten und Erzählungen der Akteure abwechselten. 

... ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Goslar. Er wurde von der Hildesheimer Bahnhofsmission angeboten. Nach vorheriger Absprache bekamen je zwei von uns eine sehende Begleitung, die uns die Umgebung und die Angebote der Stände beschrieb. Das war sehr hilfreich und für die Begleitungen sicherlich auch eine gute Übung für ihre ehrenamtliche Tätigkeit. 

... ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt am Neustädter Markt hier in Hildesheim. Wie letztes Jahr schon waren hier auch einige unserer Tandem-Piloten und sehende Angehörige dabei, sodass neben Glühwein und Leckereien ein Rundgang über den Weihnachtsmarkt in Eins-zu-eins-Zuordnung möglich war. Solche Gruppenaktivitäten sind toll und bringen uns näher zusammen, sodass sich nicht nur zwischen uns ABSlern, sondern auch zwischen uns und den ehrenamtlichen Helfern mittlerweile diverse Freundschaten entwickelt haben. 

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Oktober 2025

Herbst-Gedicht von Jutta

Montag, 20.10.25

Wir sind immer auf der Suche danach, womit wir unsere Freizeit ausfüllen können. Vor allem für die "Frischlinge" unter uns ist das eine große Herausforderung, denn viele Hobbys fallen mit schwindender Sehfähigkeit weg. Welch ein Geschenk, wenn wir Talente besitzen, mit denen wir uns trotz der Einschränkung sinnvoll beschäftigen oder sogar kreativ ausleben können! Bei unserer Tandem-Tour zu einer "Fahrrad-Lesung" in diesem Sommer fiel uns auf: Zum Schreiben muss man nicht sehen können! Es ist eine großartige Möglichkeit, seine Gedanken und Gefühle auszudrücken und anderen zugänglich zu machen. Eine Bereicherung für Schreibende und Lesende! 

Deshalb freue ich mich sehr, dass Jutta mir heute ein Gedicht geschickt hat, das ich hier gerne mit euch teilen möchte:

 

Herbst

Oh du schöne bunte Welt!

Weißt Du noch?

Wie die bunten Blätter aussehen?

Wie leuchtend das Rot, wie golden das Gelb 

und das Braungold des Blätterteppichs im Wald?

 

Weißt Du noch? 

Wie die Blätter bunt an den Bäumen hängen, bevor sie fallen, 

zu einem Teppich werden?

Wie die Äste ungehindert den Sonnenstrahlen den Weg auf die Erde freigeben und den ganzen Wald im gleißend goldenen Licht erstrahlen lassen?

 

Riechst Du jetzt! 

Den Duft des Laubes, den leichten Moder des Waldes, der etwas Vergängliches an sich hat und gleichzeitig neues Leben ankündigt? 

 

Riechst Du jetzt! 

Den Duft, den die Sonnenstrahlen der Erde entlocken? 

 

Spürst Du jetzt?! 

... den Wind im Haar nicht viel intensiver? 

Ist die Sonne im Gesicht nicht wesentlich zärtlicher? 

 

Hörst Du die Geschichten des Waldes jetzt nicht viel deutlicher? 

Das Flüstern der Blätter, das Knarzen der Stämme, das Windspiel der Büsche? 

 

Erlebst Du die Welt nicht viel intensiver? 

Jetzt, wo Deine Fensterchen grau sind? 

Wo die Sonne nur noch als heller Schein hindurchdringt. 

Jetzt, wo Du die Einzelheiten der Welt nicht mehr mit einem Blick aufnehmen kannst? 

 

Jetzt wo Du weißt, dass Du auch ohne Augen die Schönheiten des Herbstes erleben kannst!

Oh, du schöne bunte Welt! 

(Jutta, Herbst 2025)

 

 

Nächstes ABS-Treffen zum Thema "Hilfsmittel" 

Mittwoch, 8.10.25 

Unser nächstes Treffen ist am 11.10., und wir wollen uns mal wieder mit Hilfsmitteln beschäftigen. Mit denen ist es so, dass zum einen nicht alles für jeden sinnvoll und passend ist, zum anderen versprechen uns die Hersteller manchmal blumig die tollsten Funktionen, die sich im Alltag dann aber doch nicht für jeden oder generell als praktikabel herausstellen. 

Deshalb wollen wir auch dieses Jahr wieder unsere Lieblingshilfsmittel mitbringen und uns Zeit nehmen, uns über unsere Erfahrungen mit ihnen auszutauschen und sie bei Interesse auszuprobieren. Außerdem haben viele von uns irgendwelche "Leichen", die - wie oben erwähnt - unbenutzt in der Schublade liegen, vielleicht aber für jemand anderen nützlich und genau das Richtige sind. Auch diese können mitgebracht, ausprobiert und zum Testen verliehen oder weiterverschenkt werden. 

Generell hier als Tipp: Die Krankenkassen bezahlen nicht beliebig viele Hilfsmittel. Lasst euch also nicht auf die erstbeste Lösung ein, die euch von irgendeinem Optiker oder Hilfsmittelhersteller aufgeschwatzt wird, sondern macht euch die Mühe, zu recherchieren und zu vergleichen. Allein schon bei den Lesegeräten gibt es so viele Varianten - fest installierte und transportable, mit und ohne Vorlesefunktion, mit eingebautem oder separat installierbarem Bildschirm (Größe nach Bedarf), inzwischen mit Kameras, die in alle gewünschten Richtungen aufnehmen und auf den Bildschirm projizieren, oder mit der Möglichkeit, das Smartphone anzuschließen und alles groß auf dem Monitor zu sehen... Da lohnt sich der Vergleich, um sich genau das richtige Gerät anzuschaffen und von der Krankenkasse finanzieren zu lassen. 

Es gibt Hilfsmittelvertriebe wie z. B. der DHV, die eine Auswahl verschiedenster Geräte von diversen Herstellern haben und beraten. Hilfreich für einen Überblick ist außerdem der Besuch einer Hilfsmittelausstellung, wie sie z. B. immer wieder im LBZB (Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover), bei Becker & Flöge in Hannover oder auf der jährlichen Messe "Sight City" in Frankfurt/Main angeboten wird. Hat man sich für ein Gerät oder einen Hersteller entschieden, kommt gerne ein Mitarbeiter mit einer Produktauswahl ins Haus, erklärt und weist in die Benutzung des Hilfsmittels ein. Kleinere Geräte kann man sich auch zum Testen nach Hause schicken lassen. 

Und um mal ein bisschen Werbung für unsere Gruppe zu machen: Als "Neuling" mit mehr oder weniger starker Seheinschränkung kann man mit diesen Infos nur bedingt etwas anfangen. Wie recherchiert man, wenn man noch nicht mit den richtigen Hilfsmitteln ausgestattet ist? Und wonach suche ich, wo fange ich an? In Gruppen wie unserer bekommst du einen Überblick und kannst dich über konkrete Anlaufstellen und Kontakte informieren. Unsere Erfahrungen grenzen unter Umständen das weite Suchfeld sinnvoll ein. - Und dann müssen Freunde oder Verwandte bei der weiteren Orga helfen. 

Übergeordnete Anlaufstellen für Beratung sind Pro Retina und der BVN. Kontaktdaten sowie Infos auch zum DHV, LBZB, zur Sight City und diversen Hilfsmitteln (Stichworte: Hilfsmittel, Bildschirm-Lesegeräte, Lesen, Sprechende Geräte, Lupenbrillen und andere) findest du auf der Seite "Infos A bis Z". 

Und ein letzter Tipp: Diverse Podcasts stellen vor allem neue Hilfsmittel vor und liefern Infos zur Praxiserfahrung (siehe dazu auf der Infos-Seite unter dem Stichwort "Podcasts"). 

 

 

Sich neu finden 

Samstag, 4.10. 

Neulich war ich mit jemandem aus unserer Gruppe einen Kaffee trinken. Sie leidet unter stetig zunehmendem Sehverlust. Ich kann dieses Leid gut nachvollziehen, denn mit jeder Verschlechterung muss man sich mit neuen Grenzen, mit noch eingeschränkteren Möglichkeiten auseinandersetzen und hat kaum Zeit, sich an einen Ist-Stand zu gewöhnen und ihn zu akzeptieren. 

Zwei Fragen haben sie besonders beschäftigt (und auch diese kenne ich gut): 

1. Wie begegnet man dem alten Bekannten- und Freundeskreis? Die meisten von ihnen haben große Schwierigkeiten, sich in uns hineinzuversetzen, sich auf unsere Einschränkungen einzustellen. Was uns früher verbunden hat - gleiche Vorlieben, Hobbys, Interessen - bricht oft weg. Was soll ich mit Geburtstagsgeschenken wie Deko-Getüddel, das ich nicht mehr sehen kann, oder einem Gutschein für einen Museumsbesuch, von dem ich nichts habe? 

Besonders schwierig ist es für unsere sozialen Kontakte, wenn man uns unsere Behinderung nicht ansieht. Säßen wir im Rollstuhl, würden sie uns sicher nicht zum Schlittschuhlaufen mitnehmen wollen. Aber mit einer Sehbehinderung geht manches noch, anderes nicht mehr. Das kann niemand einschätzen, der nicht die gleiche Erkrankung hat. Wie sollen Nicht-Betroffene sich also darauf einstellen und sich im für sie normalen Umgang mit uns ständig daran erinnern? Man will sich aber auch nicht ständig erklären, nicht dauernd über die Behinderung reden... Das ist für beide Seiten nicht leicht. Es kann helfen, miteinander darüber zu sprechen. 

2. Wie verbringe ich jetzt meine Freizeit? Alles, was ich früher so gerne gemacht habe, geht jetzt nicht mehr. Ich habe es geliebt, zu basteln, Doppelkopf zu spielen, Ausstellungen zu besuchen... Und nun? Ja, es gibt Spiele für Blinde, aber meine Freunde und ich haben nun mal keine Lust auf Mensch-ärgere-dich-nicht und Vier gewinnt!

Ich denke, egal, von welcher Behinderung man betroffen ist - unser Leben ändert sich deutlich tiefgreifender, als wir zunächst meinen. Wir müssen uns in vielfacher Hinsicht neu finden. Beziehungen zu Partnern, zu Freunden und Familie müssen neu definiert, auf neue Füße gestellt werden. Vor allem, wenn Kontakte auf eher äußerlichen Gemeinsamkeiten und gleichen Interessen beruhen, werden diese Beziehungen meist nicht überleben. 

Wir können uns frustriert in die Ecke setzen und unser altes Leben wiederhaben wollen. Seinen Verlust zu betrauern ist sogar wichtig. Ein großer Teil unseres Lebens und unseres bisherigen Ichs ist unwiederbringlich vorbei. Das muss unsere Seele erstmal verarbeiten. Aber irgendwann müssen wir das Alte loslassen, um die Hände für etwas Neues frei zu bekommen. Dann wird sich das Leben mit neuen Menschen füllen, die uns so akzeptieren, wie wir sind und sich auf uns einstellen können. Und dann finden sich auch neue Hobbys - oder Wege, die alten auf andere Weise weiterzuführen. Und vielleicht entdecken wir, dass unser neues Leben sogar eine Bereicherung für uns und andere sein kann. Also habt Geduld und seid gespannt auf das, was das neue Leben für euch bereithält! 

 

Eine weitere Neuerung auf dieser Website: 

Freitag, 3.10.

Nachdem ich die Rückmeldung bekommen habe, dass auf manchen iPhones VoiceOver den Menü-Button nicht ansagt, habe ich nun alle Seiten oben auf der Startseite verlinkt. Eigentlich fand ich es schöner, dass als erstes die drei Spalten mit den Logo-Symbolen und kurzen Infos zu unserer Gruppe angezeigt werden. Aber auf Webseiten passen ein tolles Layout und Barrierefreiheit oft nicht gut zusammen. Wäre unsinnig, wenn ausgerechnet ich auf dieser Website der Optik den Vorrang vor Zugänglichkeit für Blinde geben würde... 

Falls Ihr noch weitere Hindernisse entdeckt, gerne bei mir melden! 

 

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September 2025

Urlaub

Freitag, 3.10.

Endlich komme ich dazu, hier mal wieder zu berichten: 

Im September haben mein Mann und ich unseren Urlaub in einem Ferienhaus in Dänemark verbracht. Vorab: Er war großartig und entspannend, aber mit einer Sehbehinderung ist manches doch etwas spezieller:

Während ich zu Hause alles kenne und alles auf meine Bedürfnisse eingerichtet ist, fällt mir im Urlaub immer wieder auf, wie viel ich eigentlich NICHT sehen kann. Eine unruhig gemusterte Arbeitsfläche und ungünstige Beleuchtung in der Küche - ich suche alles mit den Fingern, weil der Kontrast zwischen Geschirr / Zutaten und Arbeitsplatte zu gering ist. Was ist wo in Schränken und Schubladen? Hier war das gemeinsame Kochen eine große Erleichterung. Ein Glastisch vor der Couch - eine farbige Serviette muss mir anzeigen, wo ich mein Glas sicher abstellen kann. Ansonsten lieber in Zeitlupe am Tisch vorbei, damit es keine blauen Flecken gibt. Kleine Stufen hier und da - zu Hause sind sie abgespeichert, hier braucht der Gang durchs Haus besondere Konzentration. 

Zwei Häuser weiter urlaubten zwei junge deutsche Pärchen, die abends gerne draußen Musik hörten. Der Bass drang an meine Ohren, obwohl wir drinnen bei geschlossenen Fenstern und laufendem Fernseher saßen. Ich hasse das! Mein Mann musste auf die Terrasse und ums Haus gehen, um die Musik zu hören. Dass sich das Gehör verbessert, wenn das Sehen nachlässt, ist eine geniale Einrichtung, aber in solchen Fällen eindeutig von Nachteil. Zum Glück waren die Nachbarn kompromissbereit und machten die Musik dann meist ab 22 Uhr leiser. 

Das tolle Wetter lockte uns zu Spaziergängen und Tandem-Fahrten in die Natur. Mein Mann nutzt gerne die Komoot-App, um die dort empfohlenen Wander- und Fahrrad-Routen zu erkunden. Nicht zum ersten Mal machten wir allerdings die Erfahrung, dass eine Wander-Tour, die als leicht und mit einer Stunde Dauer angegeben war, für mich eine große Herausforderung darstellt und eher doppelt so lange dauert. Das liegt daran, dass die Touren oft durch den Wald, über Wiesen und anderes unebenes Gelände führen, wo mir der Langstock nichts nützt. Während Omis mit ihrem Dackel locker an mir vorbeiziehen, muss ich mir jeden Schritt erarbeiten und bin sehr dankbar für die Hand und die Geduld meines Mannes! 

Ein eingespieltes Team zu sein ist schon sehr hilfreich! Aber - das muss ich zum Stichwort Urlaub mal hier erwähnen - es gibt auch Reiseveranstalter, die Reisen für blinde und sehbehinderte Menschen anbieten, bei denen man eine sehende Begleitung gestellt bekommt. Teilweise sind es Mitreisende, die den Urlaub dafür vergünstigt buchen können, während man selbst einen Aufpreis bezahlt. Die Idee finde ich cool, weil es vor allem Singles ermöglicht tolle Urlaube zu erleben, ohne immer Freunde oder Familie in Anspruch nehmen zu müssen. Auch Paare können diese Angebote nutzen und kommen so in den Genuss einer sehbehindeten - bzw. blindengerechten Reise. Auf der Seite "Infos A bis Z" findest du Links dazu unter dem Stichwort "Reisen". 

 

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August 2025

Neuerungen auf dieser Webseite 

Montag, 18.8.

Heute habe ich endlich die Termine-Seite nachgebessert. Auch hier kannst du nun einzelne Monate gezielt über Links oben auf der Seite ansteuern und von jedem Monat zurück zum Anfang springen.

Was noch aussteht ist eine Lösung dafür, dass auf manchen I-Phones das Menü ("Markierungsfeld") nicht angesteuert werden kann bzw. nicht vorgelesen wird. Hier muss ich mal mit einem Mitarbeiter von STRATO telefonieren. Übergangsweise überlege ich, auf der Startseite ebenfalls Links zu platzieren, mit denen man die verschiedenen Seiten aufrufen kann. Steht auf meiner To-do-Liste! 

 

Ehrenamtliche Helfer 

Montag, 18.8. 

Wie sehr haben wir uns über die beiden "Engel" gefreut, die uns hilfreich zur Seite stehen wollten! Unterstützung beim Papierkram, beim Einkaufen, Begleitung zu Ärzten und Behörden... es gibt so viel Alltägliches, bei dem uns eine sehende Hilfe echt das Leben erleichtern könnte! Doch leider haben sich beide (ich berichtete Im Blog weiter unten) aus gesundheitlichen Gründen wieder zurückgezogen, bevor sie überhaupt richtig zum Einsatz kamen. Jammerschade! 

Wir hoffen sehr darauf, dass sich weitere Menschen finden, die Zeit und Lust haben, uns hier und da zu unterstützen! 

 

ABS-Treffen am 9.8.

Montag, 18.8. 

Für das letzte Treffen hatten wir mal kein Thema. Das tat gut, weil wir so einfach mal über dies und das informieren und diskutieren konnten. Da Mohsen A., der Vorsitzende des Behinderten- und Inklusionsbeirates der Stadt seit Anfang des Jahres bei uns mitmacht, gab es diverse spannende Infos zum Thema Ampeln: 

Die Stadt hat jedes Jahr ein gewisses Kontingent zur Verfügung, das sie für das Aufstellen neuer oder das Nachrüsten vorhandener Ampeln mit Akustik ausgeben kann. Das Nachrüsten kostet 12 000 €, eine neue blindengerechte Ampel 30 000 €. Um das Auffinden von Ampeln zu erleichtern, deren O-Signal ("Orientierungssignal", also das Tackern) zu leise oder ausgefallen ist, sollen die Ampeln nach und nach mit Leitstreifen ausgestattet werden. Diese Variante ist nicht nur kostengünstiger, sondern auch eine Alternative in Wohngegenden, wo Anwohner sich von der Akustik gestört fühlen. Aus diesem Grund wird die Lautstärke der Akustik übrigens automatisch den Umgebungsgeräuschen angepasst (wenn's funktioniert) und zwischen 22 und 6 Uhr ganz ausgestellt. 

Bei Wartungsarbeiten vergessen die Arbeiter manchmal, die Akustik wieder einzuschalten. Dann braucht es eine Info an die Stadt. Das kann man über die Mängel-Karte (gibt es auch als App) machen. Dort gibt es relativ weit unten unter dem Stichwort "Lichtsignalanlage (Ampel)" den Punkt "Sehbehindertensignal zu leise / zu laut". Oder man schreibt eine Mail an Bettina Beyer (b.beyer@stadt-hildesheim.de), die für diesen Bereich zuständig ist. 

Ein weiteres Dauerbrenner-Thema war das Verhalten mancher Busfahrer, die uns trotz Kennzeichnung nicht vorne aussteigen lassen wollen (siehe dazu auch Stichwort "Bus" auf der "Infos A bis Z"-Seite). Wie verhält man sich da? Eine von uns sagt dann: "Könnten Sie mich dann bitte nach hinten begleiten und mir beim Aussteigen helfen?". Das ist auf jeden Fall besser als zickig zu werden! Mohsen informierte uns, dass für 2026 Schulungen für Busfahrer und auch für Fahrgäste stattfinden sollen, bei denen es um das Verhalten gegenüber behinderten Fahrgästen geht. Eine andere Option ist, die SVHi und RVHi immer wieder anzurufen oder anzuschreiben mit der Bitte, die Busfahrer darüber zu informieren, dass wir vorne aussteigen dürfen. (Rollifahrer müssen ja auch nicht vorne einsteigen; der Grund dafür ist allerdings offensichtlicher als bei uns). 

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Juli 2025

Bad Gandersheimer Domfestspiele 

Montag, 28.7. 

Wir waren mit einer kleinen Gruppe im "Sommernachtstraum" und eine Woche später zu zweit in "Cabaret". Beide Stücke wurden mit einer Live-Audiodeskription (AD) beschrieben, die man über Ohrstöpsel hören konnte, die man vor Beginn des Stücks ausgehändigt bekam. Ebenfalls vorab gab es eine Einführung ins Stück von der Dramaturgin. Die angekündigte Führung über die Bühne wurde dieses Mal aus verschiedenen Gründen leider nicht angeboten. 

Ich war sehr gespannt, wie die AD umgesetzt werden würde. Von Filmen kenne ich es, dass die Menschen und Szenen, Gestik, Mimik und Körpersprache in den Sprechpausen beschrieben werden. Gut durchdacht, wann welche Infos gegeben werden, damit man die Handlung versteht. Wie soll das wohl live funktionieren? Die Antwort: Es funktioniert nicht! Die Beschreibung des zu Sehenden war permanent, auch während der Dialoge, zu hören, und leider wirkte es auf mich, als hätten sich die beiden Audiodeskriptoren vorher nicht überlegt, wann sie was sagen. Sie beschrieben einfach stetig, was sie sahen. 

Für blinde Menschen trotzdem eine großartige Möglichkeit, mal Theater live zu erleben. Es gab viele Besucher, die das Angebot der AD schon lange nutzen und begeistert sind. 

Ich persönlich war beim Sommernachtstraum überfordert, weil ich von den Dialogen kaum etwas mitbekommen habe. Bei Cabaret, wo die Personenzahl überschaubar und die Handlung nicht so komplex war, habe ich den AD-Ton einfach leiser gedreht, wenn ich den Schauspielern zuhören wollte. So passte es für mich. 

Fazit: Es ist toll, dass es dieses Angebot gibt, aber in der Ausführung ist für mein Empfinden noch Luft nach oben - aber ich bin auch ziemlich anspruchsvoll! 

 

Dialog im Dunkeln 

Sonntag, 6.7. 

Gestern waren wir in Hamburg im "Dialog im Dunkeln" - 2 Blinde, 4 Sehbehinderte und 8 Sehende, darunter unser "iPhone-Coach" und einer unserer Piloten. Wie unten schon mal beschrieben, wurden alle mit einem Langstock ausgestattet, sofern kein eigener benutzt wurde. Und dann ging es in die Finsternis.

Obwohl ich schon einmal dort war, war ich vorher etwas angespannt: Eine Stunde in kompletter Dunkelheit - da kann einem schon ein bisschen komisch werden. Aber Eva, unsere blinde Führung, hat uns so viele Finde-Aufträge gegeben, dass wir überhaupt keine Zeit hatten, Angst zu bekommen. 

Hier einige Erkenntnisse: 

1. Sich blind in fremder Umgebung zurechtfinden zu müssen, ist wahnsinnig anstrengend! 

2. Freie Flächen verunsichern. Das Gefühl der Erleichterung, wenn unsere Hände ein Geländer oder eine Wand fanden, war immer groß! 

3. Was unsere Finger nicht anfassen konnten, wer keinen Laut von sich gab, existierte nicht. 

4. Es war unmöglich, die Größe der Räume einzuschätzen. Gefühlt waren sie deutlich kleiner als in Wirklichkeit. Hat vielleicht mit 3. zu tun? 

5. Viele Menschen beieinander erschweren das Vorankommen erheblich mehr als bei Sehenden, weil man keine Lücke anpeilen kann und man ständig mit dem Langstock zwischen irgendwelchen Beinen hängt oder gegen Leute stößt, die stumm vor einem stehen. 

6. Auch wenn man mit dem Langstock Hindernisse und Untergründe, mit den Fingern Wände und Gegenstände ertasten kann, erfordert die Identifizierung eine permanente, kraftraubende Konzentration. Auch hier war es eine große Erleichterung, vorab mal einen Hinweis zu bekommen. 

7. Nur wenn die Personen in unserer Gruppe geredet haben, konnten wir sie orten. Zu viel Gequatsche erschwerte allerdings die Orientierung über's Gehör. 

Fazit: 

Auf dem Heimweg habe ich Jutta NOCH mehr Hinweise gegeben - ob Stufen hoch oder runter führen, wenn wir Hindernisse umrunden mussten, wenn Leute vor uns standen, wo bzw. wie Tisch und Stühle standen usw., auch wenn mir manchmal die richtigen Worte zum Beschreiben nicht schnell genug einfielen. 

Und auch wenn ich noch einen passablen Sehrest habe, ist es logisch, dass ich deutlich schlapper bin als mein Mann, wenn ich in ungewohnter Umgebung unterwegs bin und viele optische Reize verarbeiten muss. 

Ich bin mir sicher, dass es nun auch den Sehenden deutlich leichter fällt, sich in Menschen mit Seheinschränkungen hineinzuversetzen. 

Und schließlich: Es war ein großartiger Tag mit allen und ein tolles Erlebnis im Dialoghaus! Ich werde nicht zum letzten Mal dort gewesen sein, weil ich immer wieder Neues entdecke und mein Ehrgeiz geweckt ist, irgendwann mal zu WISSEN, wo was ist und zielsicher das Sofa und die Ente ansteuern zu können! 

 

Weitere Neuerungen auf dieser Webseite: 

1. Ich habe die Reihenfolge der Menüpunkte etwas umsortiert. Die Seiten, auf die man häufiger schaut, stehen jetzt weiter oben. 

2. Alle Abschnitte enden jetzt mit dem Link "Zurück zum Anfang". 

3. Ich habe nun endlich Ordnung in die Überschriften gebracht. Ich hoffe, für die Nutzer von VoiceOver und ScreenReadern ist die Orientierung nun einfacher!? 

4. Auch diese Seite habe ich nun in Monatsabschnitte unterteilt, an deren Ende Ihr per Link an den Anfang zurückspringen könnt. 

 

Zweitmeinung 

Freitag, 4.7. 

Gerade habe ich eine Bekannte getroffen. Sie hat vor einem Jahr die Diagnose "Trockene AMD" bekommen. Zuerst hat sie sich keine großen Gedanken darüber gemacht, weil sie noch keine spürbaren Probleme mit dem Sehen hatte. Doch dann erfuhr sie, dass bei einer Freundin die trockene in eine feuchte AMD umgeschlagen war und sich ihr Sehen rapide verschlechtert hat. Sie war völlig aufgelöst und konnte an nichts anderes mehr denken als an eine mögliche Erblindung. 

Sie sprach mich an, ob sie zu uns in die ABS-Gruppe kommen könnte, um sich schon mal darauf vorzubereiten, entschied sich dann aber doch dagegen. Es kann gerne jeder zu uns kommen, aus welchem Grund auch immer, aber solange Menschen (verständlicherweise) große Angst vor dem haben, was vielleicht auf sie zukommen könnte, ist der Kontakt zu Blinden manchmal nicht gut für die Psyche. Außerdem kann großer emotionaler Stress zu einer Verschlechterung eines Befundes führen. Wenn Menschen neu zu uns kommen, sollten sie nur dabeibleiben, wenn sie merken, dass es ihnen guttut. 

Heute jedenfalls fragte ich sie, wie es ihren Augen geht. Sie sagte: "Ich war neulich nochmal bei einem anderen Augenarzt. Und was soll ich dir sagen? Ich habe gar keine AMD. Mit meinen Augen ist alles in Ordnung!" 

Da verschlägt es einem glatt die Sprache! Wie viele schlaflose Nächte sie diese Fehldiagnose gekostet hat! Wie kommt ein Augenarzt dazu, ohne jegliche Beschwerden eine AMD zu diagnostizieren? Ist ja keine seltene Erkrankung... 

Mein Fazit und ein oft gegebener Rat: Auch bei Diagnosen von Augenärzten ist es sinnvoll, sich eine zweite Meinung einzuholen. 

 

Zwei Neuerungen auf dieser Webseite: 

1. Wir sind ja immer auf der Suche nach neuen Tandem-Piloten. Heute habe ich mit einer "Anwärterin" gesprochen, die über unseren Besuch beim ADFC auf uns aufmerksam wurde. Dabei fiel mir auf, dass auf der Tandem-Seite gar keine Infos für Piloten stehen. Habe ich nachgeholt. Falls du also Interesse an einem sportlichen ehrenamtlichen Engagement bei uns hast, habe ich dort verewigt, welche Voraussetzungen du mitbringen musst, welche Anforderungen an dich gestellt werden und wie bei uns das Coaching neuer Piloten abläuft. 

2. Auf den Seiten "Über uns", "Aktivitäten", "Tandem-Gruppe" und "Barrierefreiheit" kommst du jetzt endlich schnell per Link zu den einzelnen Abschnitten der Seite und bekommst damit gleichzeitig einen Überblick, was dich auf diesen Seiten erwartet. 

 

Perfekt! Mehr davon! 

Dienstag, 1.7. 

Heute war ich mal wieder mit diversen Öffis unterwegs. Da gibt es sone und solche Erfahrungen. Heute waren sie überwiegend positiv: 

Zuerst wartete ich an der Bushaltestelle, wo relativ kurz hintereinander zwei verschiedene Buslinien hielten. Hinter mir stand ein junger Mann und fragte mich: "Wollen Sie eine bestimmte Linie nehmen? Oder können Sie die Nummer noch selber erkennen?" 

Großartig daran war, dass er Hilfe angeboten, aber nicht aufgezwungen hat. Ihm war offensichtlich außerdem bewusst, dass mein Langstock nicht zwangsläufig "blind" bedeutet, und so konnte ich seine Hilfe entspannt und "auf Augenhöhe" annehmen, quasi als Mensch unter Menschen, nicht als Behinderte unter "Normalen". 

Dann hielt der Busfahrer mit der Tür direkt vor meinen Füßen - für Blinde sehr praktisch, weil sie die Tür dann nicht erst suchen müssen, aber auch für Sehbehinderte wie mich, weil ich dann als erste einsteigen kann und gute Chancen auf einen Platz vorne habe. (Die Vorteile habe ich bereits auf der Info-Seite unter dem Stichwort "Busfahren" erklärt.) In diesem Fall waren zwar die beiden vorderen Plätze besetzt, aber eine Frau bot mir sofort ihren Platz an und setzte sich weiter hinten hin. 

Im Zug schließlich kam ausnahmsweise mal ein Zugbegleiter, um die Karten zu kontrollieren. Er hatte mich offensichtlich bereits beim Einsteigen gesehen, und als ich meinen Ausweis zeigte, meinte er: "Ich weiß. Brauchen Sie nachher Hilfe beim Aussteigen?" Als ich sagte, ich käme alleine klar und mich für das Angebot bedankte, antwortete er ganz schlicht "Gerne!" und ging weiter. Es ist schön, einfach ernst genommen und respektiert zu werden! 

Doch ich räume ein, dass es für Menschen, die keine Behinderung und keinen näheren Kontakt zu "uns" haben, nicht leicht ist, die richtige Art und Weise zu finden. Ging mir früher auch so. Da sah ich jemanden im Rollstuhl oder mit "Blindenstock", wollte eigentlich helfen, aber wusste nicht wie. Jetzt ist mir klar: Wir sind einfach alles MENSCHEN, die man fragen kann und die das Recht haben, selber zu entscheiden, ob und in welcher Form sie Hilfe brauchen oder eben nicht. 

"Überwiegend positiv" schrieb ich oben: Ein anderer Busfahrer hielt nicht mit der Tür vor meinen Füßen, und die Ansage der Haltestellen war falsch eingestellt und kam immer eine Haltestelle zu spät. Leider musste ich eine ungewohnte Strecke fahren, und der Busfahrer sprach nicht so gut deutsch. Ich hatte ihn zwar gebeten, mir vor meiner Ziel-Haltestelle bescheid zu sagen, aber ich war mir nicht sicher, ob er es verstanden hat und auch daran denkt.  Solche Situationen sind für mich immer mit Anspannung verbunden. Aber: Kann alles passieren und hat dann doch alles wunderbar geklappt. 

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Juni 2025

Fahrrad-Lesung 

Sonntag, 29.6.  

Heute haben wir mit einigen aus der Tandemgruppe an einer Veranstaltung teilgenommen, bei der an verschiedenen Orten Texte vorgetragen wurden, die bei Schreibworkshops entstanden sind. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, findest du einen Bericht auf der Seite der Tandemgruppe. 

Ich wäre nicht ich, wenn mich eine solche Veranstaltung nicht dazu inspirieren würde, darüber nachzudenken, ob sich daraus nicht ein Angebot und ein neues Hobby für manche von uns entwickeln ließen. Bin ja irgendwie immer auf der Suche, wie und womit wir unser Leben und vielleicht auch das Leben anderer Menschen bereichern könnten. Hier also meine Gedanken dazu: 

Man muss nicht sehen können, um zu schreiben! Es wäre nicht schwierig, sich mit den Impulsen bei einer Schreibwerkstatt auf eine Gruppe sehbehinderter und blinder Teilnehmer einzustellen oder sie sogar inklusiv anzubieten. An einer Station heute war Zeit, selbst etwas zu schreiben. Dafür wurden uns verschiedene Fotos auf den Tisch gelegt. Wir bekamen sie von unsren Begleitern beschrieben, und es tauchte die Frage auf, in wieweit die Beschreiung schon eine Deutung beinhaltet und uns beeinflussen könnte. Doch ich glaube, es geht vor allem um die inneren Bilder, die bei uns ausgelöst werden und Erinnerungen hervorrufen oder die Fantasie beflügeln. Die Impulse können aber genauso durch vorgelesene Texte, Fantasiereisen oder ähnliches gegeben werden. 

Wie auch immer - Schreiben ist für uns eine tolle Möglichkeit, uns künstlerisch oder auch autobiografisch auszudrücken und mit Worten Bilder zu malen, die vielleicht anderen Menschen unsere Welt näherbringen. Und es hilft sicherlich auch beim Verarbeiten der eigenen Geschichte. Da hätten alle von uns viel zu erzählen - vom Abbruch von Lebensplänen und -träumen, vom Hadern, Trauern und Sich-ins-Leben-zurückkämpfen, von unerwarteten Lichtblicken und neu entdeckten Freuden, vom Ankommen im neuen Leben, von Glück, Dankbarkeit und unserer Sicht auf die Welt. 

So viele Ideen, so viele Möglichkeiten... Aus welchen etwas Neues entsteht und welche wieder in der Versenkung verschwinden, wird sich zeigen. 

 

 

Feuerwerk-Wettbewerb in den Herrenhäuser Gärten mit AD 

Dienstag, 24.6. 

Wenn man im BVN ist und den Newsletter bezieht, bekommt man immer wieder coole Veranstaltungstipps ins Mail-Postfach. Manche etwas kurzfristig, wie die "Inklusive Führung zu Pflanzen" für Blinde und Sehbehinderte im Schulbiologiezentrum in Hannover am Freitag. Hätte ich gerne mitgemacht, passt aber zeitlich nicht. Wir versuchen, dem Veranstalter eine Wiederholung im nächsten Jahr zu entlocken. Mal schauen, ob's was wird! 

Aber - nun zur Überschrift - deutlich früher kam der Hinweis auf eine Premiere beim Feuerwerk-Wettbewerb in den Herrenhäuser Gärten: Zum Team Kanada soll es eine Audiodeskription geben, die das Feuerwerk beschreibt. Da müssen wir ja schon aus purer Neugier hin, denn ich kann mir nicht vorstellen, wie das so gelingen kann, dass blinde Menschen tatsächlich eine Vorstellung vom Geschehen bekommen. Sehr spannend! 

Termin ist der 16.8., Einlass ab 18 Uhr mit vielfältigen musikalischen Rahmenprogramm, Treffen für die angemeldeten Personen um 21:30 Uhr auf der Terrasse mit barrierefreiem Zugang. 

Anmeldung bis zum 1. August 

Keine Ahnung, ob dieses Angebot nur für BVN-Mitglieder gilt. Anmelden kann man sich jedenfalls per Mail an gemeinsam@blindenverband.org

 

Inklusionsteam 

Montag, 23.6.  

Ich bin seit langem auch in unserer Kirchengemeinde ehrenamtlich aktiv- etwas, wofür man sich heutzutage fast rechtfertigen muss, aber Matthäus ist ein cooler Laden mit tollen Menschen und bietet mir die Möglichkeit, die Räume auch für die ABS-Treffen, das Singin'klusiv und den Spieleabend zu nutzen. Und wenn wir endlich einen neuen Beamer haben, plane ich, mit unserer Gruppe dort ab und zu einen Kinoabend zu machen (mit Audiodeskription natürlich). 

Was mich allerdings stört, ist, dass Inklusion und Barrierefreiheit bei uns noch nicht richtig mitgedacht wird. Also behindertengerechte WCs ja, weil sie vorgeschrieben sind. Aber was machen die Menschen, die die angeschlagenen Lieder oder die Liedtexte nicht lesen können? Die nichts verstehen, wenn ohne Mikro gesprochen wird? Die nicht die Stufen zum Altar hochkommen, um dort eine Kerze für jemanden anzuzünden? Es gibt praktische Lösungen, um die sich aber jemand kümmern muss. Und es erfordert ein Umdenken bei den Organisatoren, dass sie Veranstaltungen von vornherein möglichst barrierefrei planen müssen, um niemanden auszuschließen. Oft fehlt dafür aber die Zeit und das Wissen um mögliche Hürden. Und vielleicht auch die Einsicht in die Notwendigkeit. 

Deshalb habe ich beschlossen, ein Inklusionsteam zu gründen. Meine Vorstellung ist, dass sich Menschen mit verschiedenen und auch ohne Einschränkungen zusammenfinden, die sich um generelle Lösungen wie Liederhefte in Großdruck, gute Beleuchtung, gute Beschallung und so weiter kümmern und bei besonderen Veranstaltungen im Vorfeld beraten und ganz praktisch unterstützen. Der Vorteil eines Teams ist nicht nur, dass verschiedene Blickwinkel zusammenkommen und sich die Arbeit besser verteilt, sondern dass unsere Anregungen und Wünsche ein anderes Gewicht haben. Außerdem fällt es vor allem älteren Besuchern vielleicht leichter, uns persönlich anzusprechen und individuelle Bedürfnisse zu äußern, weil sie sich mit ihrem Problem nicht alleine fühlen. 

Heute waren wir bei unserem ersten Treffen nur zu zweit von der Fraktion Sehen. So konnten wir schon sehr gezielt nach Lösungen für uns suchen. Als knifflig erwies sich, hilfreiche Lösungen zu finden, bei denen die Hemmschwelle, sie zu nutzen, möglichst niedrig ist, denn manche möchten sich nicht "outen" und würden sich unwohl fühlen, wenn ihre "Extrawurst" zu auffällig ist. Beim Thema Beleuchtung sind wir da noch etwas ratlos. 

Ich hoffe, dass nach und nach noch weitere Leute dazukommen. Ich habe keine Ahnung, was z. B. Menschen mit Höreinschränkungen brauchen, um einen Gottesdienst genießen zu können! Und wenn wir jemanden hätten, der uns beim Erstellen von Liedblättern in Großdruck oder Texten für die Kirchen-Homepage helfen würde - wäre schon eine Entlastung! Und viele Köpfe, viele Ideen! Also - falls du Lust hast...?! Unser nächstes I-Team-Treffen ist am 28.7. um 19 Uhr in Matthäus. 

 

Kunstmuseum Wolfsburg 

Dienstag, 10.6.  

Das Kunstmuseum in Wolfsburg bietet mehrmals im Jahr Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen an. Letztes Jahr war jemand von uns dort und total begeistert. Auf der "Termine"-Seite findest du unter dem 10. Juli einen Link mit näheren Infos dazu. 

 

Verflixte Touchscreens! 

Mittwoch, 4.6.  

Anlässlich des diesjährigen Sehbehindertentages hat der DBSV (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband) sich das Thema "Touchscreens" auf die Fahnen geschrieben. Sie "sind allgegenwärtig - von der Selbstbedienungskasse über die PIN-Eingabe im Taxi bis zur Bestellung im Fastfood-Restaurant. Oft sind sie der einzige Weg, um an Informationen und Dienstleistungen zu gelangen. Es ist deshalb wichtig, dass Touchscreens auch von Menschen mit Seheinschränkung barrierefrei genutzt werden können." (Volker Link, DBSV) Auf der DBSV-Seite wurden Kriterien für barrierefreie Touchscreens zusammengestellt (siehe unter https://www.dbsv.org/sehbehindertentag-2025-anforderungen-touchscreens.html

Außerdem gibt es ein 4-minütiges Video zu diesem Thema: https://www.youtube.com/watch?v=SVCmMV0Y4dY 

"Ziel dieser Kampagne ist, Anbieter von Touchscreen-Lösungen sowie Entscheider in Politik, Branchenverbänden, Unternehmen und Gesellschaft für die Problematik zu sensibilisieren und Kontakte aufzubauen, die zum Abbau digitaler Barrieren genutzt werden können." (Volker Lenk, DBSV) 

Diese Kampagne unterstütze ich gerne mit dem Hinweis hier und auf der Info-Seite unter dem Stichwort "Touchscreens". 

 

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Mai 2025

Freude und Dank 

Mittwoch, 28.5.  

Und noch eine weitere "gute Fee" hat sich gestern bei mir gemeldet und uns ihre Unterstützung und Begleitung angeboten :-) Wir haben ziemlich lange miteinander telefoniert, und ich ahne viele neue Möglichkeiten ganz besonderer Art. 

Begleitung bei Ausflügen und Spaziergängen, Hilfe beim Einkaufen, bei Arztbesuchen, bei der Orga von Angeboten oder beim Ausfüllen von Anträgen - ob für die Gruppe oder ganz individuell, jeder Mensch , der sich ehrenamtlich bei uns einbringen möchte, ist ein Geschenk, bereichert uns und macht unser Leben ein Stück leichter! Vielleicht findet sich ja irgendwann auch jemand, der den Social Media-Part für uns übernimmt? 

Diese neue "Fee" ist durch unsere Visitenkarte auf uns aufmerksam geworden, die bei einem Orthopädie-Schuhmacher herumlag (wie auch immer sie da hingekommen ist) An dieser Stelle mal ein riesiges Dankeschön an Prof. Leonardi von der HAWK, der uns gestattete, ABS bei einer Gruppe Grafik-Design-Studierenden vorzustellen, damit sie uns ein Logo kreieren. Vor allem aber gilt unser großer Dank Elsa, deren Logo so großartig zu unserer Gruppe passt, und deren ABS-Flyer und Visitenkarten ein wirklicher Hingucker sind, sodass sie immer wieder neue Menschen auf uns aufmerksam machen. Ich bin sehr berührt davon gewesen, wie viel Zeit, Kreativität und Geduld du uns geschenkt hast, liebe Elsa! 

 

Blind Date, Handpan-Spaziergänge und Coaching für Sehende 

Montag, 26.5.  

Wir haben nun einen neuen Gruppen-Chat: "Blind Date" 

Dort tummeln sich Blinde und Sehbehinderte, sehende Angehörige und Tandem-Piloten, und dieser Chat dient dazu, sich spontan zum Essen, auf einen Kaffee oder ein Bier, einen Spaziergang, einen Kinobesuch oder was auch immer zu verabreden. Wer Zeit und Lust hat, sagt zu. Zum einen ist das bei den Singles unter uns sehr willkommen, zum anderen kann man sich in kleinen Gruppen und in unterschiedlicher Besetzung viel intensiver über verschiedenste Themen austauschen, neue Ideen spinnen und freundschaftliche Kontakte knüpfen. 

 

Handpan-Spaziergänge 

Die Idee dazu ist vor einigen Tagen entstanden, als eine unserer Tandem-Pilotinnen sich verletzungsbedingt für eine Weile aus der Gruppe ausklinken musste und uns alternativ anbot, sich und ihr Auto für Ausflüge und Spaziergänge zur Verfügung zu stellen. Da ich leidenschaftlich gerne Handpan in der Natur spiele (das sind Instrumente, die sehr meditativ und entspannend klingen und wahre Seelenstreichler sind), haben wir uns für einen Ausflug in einen schönen Park verabredet, wo ich mich mit der Handpan niederlasse und die anderen spazieren gehen oder sich dazusetzen, lauschen oder quatschen können. Sicherlich werden wir das häufiger tun. Ich freue mich drauf! 

 

Coaching für Sehende 

Warum gibt es eigentlich nur Schulungen für von Sehverlust Betroffene? 

Angehörige, Freunde, Kollegen, Ehrenamtliche können ebenfalls gut ein Coaching gebrauchen, wie sie sich am besten im Kontakt mit blinden und sehbehinderten Menschen verhalten. Es gibt viele Berichte über Freunde, die sich aus Unsicherheit oder Unverständnis zurückziehen, über Angehörige, die mit der veränderten Situation überfordert sind. Oder Menschen, die zwar offen und willig sind, uns zu unterstützen, aber eigentlich gar nicht so recht wissen, wie sie das anstellen sollen. 

Es gibt z. B. vom DBSV eine Zusammenstellung der wichtigsten Tipps für Angehörige unter folgendem Link: https://www.dbsv.org/beratung-fuer-angehoerige.html 

Aber wir würden gerne die Möglichkeit bieten, Dinge praktisch zu üben, Fragen zu klären, nach Lösungen für erlebte Situationen zu suchen, in den Dialog mit uns zu kommen. Also werden wir uns an die Arbeit machen, Themen und Fragen sammeln, Tipps und Tricks notieren und versuchen, ein Konzept zu erstellen, das vielleicht nächstes Jahr als öffentliches Angebot starten kann. In der Hoffnung, dass es Menschen gibt, die sich die Zeit nehmen wollen, zu lernen. Sich selbst und uns zuliebe. 

 

Sight City 

Sonntag, 25.5.  

Am Donnerstag waren wir mit 10 Leuten auf der Sight City (Hilfsmittelmesse für Blinde und Sehbehinderte) in Frankfurt/Main - 6 mit Seheinschränkungen bzw. blind, 4 sehende Begleitpersonen. Es gab wahnsinnig viele Innovationen, elektronische oder KI-gestützte Hilfsmittel (von Langstöcken bis zu Kochtöpfen, die sich melden, wenn das Gemüse gar ist), aber auch praktische analoge Alltagshelfer, Angebote für Reisen und Freizeitgestaltung, Vereine und Firmen, die sich auf 4 Etagen in  vielen Räumen präsentierten. 

Hier als Resümee ein paar Tipps von uns für den nächsten Sight City-Besuch: 

1. Es ist hilfreich, wenn man sich vorher auf der Messe-Website über die Angebote informiert und interessante Aussteller gezielt anläuft. 

2. Wenn man viele konkrete Ziele hat, ist es sinnvoll, zu zweit (davon ein Sehender) unterwegs zu sein. Mit einer größeren Gruppe entsteht viel Wartezeit, wenn sich jemand länger an einem Stand aufhält. 

3. Die Messe ist international. Es empfiehlt sich, pro Team / Gruppe mindestens eine Person dabeizuhaben, die gut englisch spricht. 

4. Nehmt euch nicht zu viel vor! Plant lieber weniger Stände ein und nehmt euch dort die Zeit, euch die Produkte zeigen zu lassen und sie auszuprobieren. Und Zeit zum Stöbern und für zufällige Entdeckungen ist ebenfalls wichtig. 

5. Es waren überall Leitstreifen ausgelegt, die aber relativ dicht an den Ständen vorbeiführten und oft durch Menschen blockiert waren. Das erschwerte teilweise die Orientierung. 

6. Wir hätten eine Indoor-Navigation gebrauchen können, wo man die gewünschten Stände eingeben kann und von der man dann in effizienter Reihenfolge durch das Gewusel und die verschiedenen Räume geleitet wird. Erst im Nachhinein haben wir blutige Anfänger entdeckt, dass es eine extra App zur Sight City gibt, die vermutlich genau das bietet. Werden wir nächstes Jahr testen! 

7. Essen - wichtiges Thema! - gab es in Form von Snacks, Salatschale, Quiche und mehr zu passablen Preisen und mit einer willkommenen Pause im Sitzen. 

Fazit: Wir waren beeindruckt von der Vielfalt und Menge der Firmen, die daran arbeiten, uns das Leben zu erleichtern. Wenn man alle Stände abklappern will, müsste man sich für die komplette Dauer der Messe ein Quartier suchen, sofern man nicht in der Nähe wohnt. Wir werden auf jeden Fall nächstes Jahr wieder hinfahren. 

 

Singin'klusiv, Fahrradlesung und Dialog im Dunkeln 

Donnerstag, 15.5.  

Das Singin'klusiv findet dieses Jahr nur einmal im Monat statt (siehe Termine und Aktivitäten). Vielleicht auch dauerhaft, das entscheide ich zum Jahresende. Unsere vielen Aktivitäten nebst der nötigen Vorbereitungen dazu müssen halt auch in den Kalender passen. 

Bei den Liederwünschen entwickelt sich manchmal eine bestimmte Richtung, die gerade zur Stimmung oder zu aktuellen Tagesthemen passt. Zu Beginn des Ukraine-Krieges haben wir zum Beispiel viele Friedenslieder gesungen. Manchmal haben wir Lust, alle Lieder aus der Mappe zu singen, die mit einem bestimmten Buchstaben anfangen. Heute war ein Gänsehaut-Lieder-Tag - mit gefühlvollen Texten wie "Lean on me" oder "Hey" von Andreas Bourani oder auch mit Kanons wie "Dona nobis pacem" und Spirituals wie "Kumba yah", die wir spontan mehrstimmig gesungen haben. Hat wieder viel Spaß gemacht und uns mit neuer Energie betankt! 

Und noch vier Infos: 

1. Die Fahrradlesung ist ein Veranstaltungstipp für die Tandem-Gruppe, kann aber auch von allen anderen besucht werden. Infos dazu siehe unter Termine (29.6.) oder auf der Seite der Tandem-Gruppe. 

2. Auf der Termine-Seite sind jetzt die Infos zur Dialog im Dunkeln-Tour (5.7.) verlinkt. 

3. An alle, die sich bereits alle Einträge auf der Info-Seite durchgelesen haben und auf neue Infos warten: Ich werde euch hier informieren, wenn Stichworte dazugekommen sind. Freue mich übrigens immer noch über Beiträge von euch - auch über persönliche Geschichten. Könnt Ihr an abs-hi@web.de schicken. 

4. Einige von uns verabreden sich ab und zu mal unter der Woche zu einem gemeinsamen Mittagessen, weil sie dann nicht kochen müssen und es in Gesellschaft besser schmeckt. Heute entstand dabei die Idee, einen "Mittagstisch-Chat" einzurichten, um sich leichter verabreden zu können. Könnte man auch auf Kuchen und Kneipe ausweiten... Mal schauen, was draus wird! 

 

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April 2025

Feedback zur Stolpersteine-Führung 

Mittwoch, 30.4.  

Die blindengerechte, inklusive Stolpersteine-Führung war für Herrn Duckstein, für uns und für Hildesheim eine Premiere. Ich hoffe auf zahlreiche Wiederholungen und Fortsetzung dieses Formats auch als offizielles inklusives Angebot der Stadt mit einem größeren Interessentenkreis. Deshalb möchte ich meinen unten geschilderten Bericht durch persönliche Eindrücke einiger Teilnehmer abrunden. Das erste Feedback von D. werde ich nach und nach durch weitere Rückmeldungen ergänzen, sofern ich welche bekomme. 

D: "Ich fand es sehr beeindruckend! Neu für mich war, dass auch die Zeugen Jehovas verfolgt wurden, und ich frage mich immer, ob man es hätte verhindertn können.  Herr Duckstein hat es sehr interessant rübergebracht. Ich fand es toll, wie er auch die Häuser beschrieben hat. Ich hatte das Gefühl, ich sehe, was er beschreibt, und das war sehr faszinierend. Das kann nicht jeder.!" 

 

Stolpersteine-Führung 

Montag, 28.4.  

Letzten Freitag fand nun die lange angekündigte Stolpersteine-Führung durch die Hildesheimer Nordstadt statt. 6 Blinde und Sehbehinderte sowie 6 sehende Begleitpersonen trafen sich bei schönstem Wetter am Eingang der Martin-Luther-Gemeinde mit Wilfried Duckstein, der diese Führung vorbereitet und geleitet hat. 

Zunächst gab es einige einleitende Sätze, mit denen er uns einen Überblick über die Menschen und Schicksale gab, die er uns während der Führung näherbringen wollte. Die Stolpersteine sind mitnichten so in den Gehweg eingelassen, dass man darüber stolpert, und für uns eigentlich unsichtbar. Damit sich die blinden Teilnehmer einen Eindruck von Größe und Beschaffenheit so eines Stolpersteins verschaffen konnten, hatte Herr Duckstein ein einzelnes Exemplar dabei, das wir alle befühlen und begutachten konnten. Der würfelförmige Stein hat eine Kantenlänge von knapp 10 cm. Auf der Oberfläche ist eine Messingplatte angebracht, in die nach festgelegter Reihenfolge die wichtigsten Infos zur jeweiligen Person eingraviert sind. 

Auf unserem Rundgang hörten wir berührende Geschichten von Menschen, die in der NS-Zeit verfolgt, deportiert und / oder hingerichtet wurden oder auch fliehen konnten. Herr Duckstein brachte uns durch seine Erzählungen nicht nur ihre Lebensgeschichten und Schicksale nahe, sondern ergänzte sie außerdem mit Beschreibungen der Gebäude, die teilweise noch im originalen Zustand der damaligen Zeit erhalten sind. 

Eine rundum gelungene inklusive Veranstaltung, die eine Fortsetzung finden muss und wird! Angedacht ist wahrscheinlich im nächsten Jahr eine Führung über den Nordfriedhof. Ich werde hier berichten, wenn es konkret wird. 

 

Geänderter Termin der Stolpersteine-Führung! 

Montag, 14.4.  

Die blindengerechte Stolpersteine-Führung findet am Freitag, den 25.4. statt! Mehr zur Führung siehe unter "Termine". 

 

Barrierefreiheit im Bus 

Donnerstag, 10.4.  

Vorgestern stieg ich in den Stadtbus. Normlerweise bitte ich darum, auf einem der beiden vorderen Plätze sitzen zu können. Es ist weniger unfallträchtig, vorne auszusteigen, wo der Bus dicht ann der Bordsteinkante hält, und sich nicht durch Taschen und Rucksackschlaufen wurschteln zu müssen. Außerdem funktioniert ab und zu die Ansage der Haltestellen nicht. Da ist es praktisch, den Busfahrer in der Nähe zu haben. Meistens macht ein Fahrgast seinen Platz für mich frei, falls beide belegt sind. 

Vorgestern wurde nun aber ein neuer Busfahrer angelernt, und es stand ein SVHi-Mitarbeiter im Eingang. "In der Mitte links sind Sitzplätze frei", meinte er hilfsbereit. Ich erklärte ihm, weshalb ich lieber vorne sitze. "Aber die mittleren Plätze sind barrierefrei. Die haben keine Stufe, wie die vorderen Plätze. Das ist jetzt in allen Bussen so, auch in anderen Städten." Ich erwiderte: "Was barrierefrei ist, hängt doch aber von der Behinderung ab. Für mich sind diese Plätze nicht barrierefrei. Die Stufe ist mir egal, ich bin ja nicht gehbehindert. Für mich ist nur ein Platz vorne barrierefrei." - "Das haben sich ja Leute extra so überlegt", meinte er. Meine Frage, ob denn auch Blinde oder Menschen mit anderen Behinderungen in dem Planungsgremium dabei waren, konnte er nicht beantworten. Vermutlich eher nicht. 

Es ist ja schön, wenn Nichtbehinderte sich Gedanken über unsere Bedürfnisse machen. Immerhin! Aber wenn wir nicht mit einbezogen werden, kommt so etwas dabei heraus wie akustische Ampeln, die von Blinden nicht gefunden werden können, weil sie nicht "tackern" und somit ihr Standort nicht hörbar ist. Ich werde jedenfalls weiterhin einen Sitzplatz vorne erbitten, egal, was irgendwer über unseren Kopf hinweg beschlossen hat! 

Allerdings möchte ich noch bemerken, dass es tatsächlich keine umfassende Barrierefreiheit für alle gibt. Kanten, die für Rollifahrer ein Problem darstellen, sind für Blinde eine wichtige Orientierungshilfe. Und für manche Menschen ist es einfacher, von einem erhöhten Sitz aus aufzustehen, während andere tatsächlich froh sind, keine Stufe erklimmen zu müssen. Barrierefreiheit ist also kein allgemeingültiger Begriff, sondern gilt unter Umständen nur für Menschen mit einer bestimmten Behinderung. 

 

Bericht vom ABS-Treffen am 5.4. 

Montag, 7.4.  

Letzten Samstag war wieder ABS-Treffen. Eigentlich hatten wir uns das Thema "Hobbys" vorgenommen, aber es gab wieder so viel Spontanes zu berichten und zu klären, dass wir das Thema auf Juni verschoben haben. Außerdem waren 3 neue Teilnehmerinnen da, denen wir gerne die Zeit geben, etwas mehr von sich zu erzählen. 

Zwei Themen bezogen sich auf das aktuelle iPhone-Update: 

Zum einen gibt es nun automatische Updates. Da wir Seheingeschränkten uns bei größeren Veränderungen immer komplett neu orientieren müssen, finden wir unkontrollierbare Updates nicht sonderlich witzig. Deshalb der Tipp: Unter "Einstellungen" kann man die Automatik ausstellen. Wie das funktioniert, findest du auf der Webseite https://apfel-helfer.de/

Eine zweite Änderung ist beim Mail-Programm der Wechsel auf eine "Kategorien-Ansicht". Die Mails werden automatisch nach "Wichtig", "Transaktionen", "Neuigkeiten" und "Werbung" sortiert. Wer seine gewohnte Sortierung beibehalten will, kann aber wieder auf diese umschalten. Eine Anleitung dazu findest du ebenfalls auf der Apfelhelfer-Seite. 

Eine weitere, für Smartphone-Nutzer vielleicht interessante und nicht allen bekannte Info war, dass man sowohl auf dem iPhone als auch auf Androids einen Notfall-Pass hinterlegen kann, in dem alle wichtigen Infos zur Person wie Adresse, Blutgruppe, Organspender, Erkrankungen, Medikamente, Angehörige etc. gespeichert sind. Sanitäter können mit einer speziellen Tastenkombination diesen Pass einsehen und haben sofort alle wichtigen Infos zur Hand. Ist unter Umständen lebensrettend. Über "Einstellungen" - "Health" kannst du den Pass einrichten. Siehe dazu ebenfalls auf der Apfelhelfer-Webseite. 

 

Ein Geschenk des Himmels? 

Donnerstag, 3.4.  

Heute morgen rief mich eine Frau an, die über unseren Flyer auf uns aufmerksam geworden ist. Sie bietet uns ihre ehrenamtliche Hilfe an, und zwar vor allem individuelle Unterstützung. Im Gespräch entwickelten sich viele Ideen, z. B. Hilfe bei Aktenkram, Begleitung beim Klamottenkaufen oder anderen Einkäufen, Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen oder auch Hilfe zur Selbsthilfe, indem sie uns Dinge zeigt und erklärt, damit wir dann selber damit klarkommen. 

Manchmal wissen wir erst, was wir benötigen, wenn jemand kommt und es anbietet. Und es sind oft für Sehende ganz banale Dinge, mit denen wir zu kämpfen haben. Vor allem die Singles unter uns. Wenn kein Sehender da ist, der mal eben einen Blick auf etwas wirft, müssen sie viel Zeit für etwas aufwenden, was Sehende in Sekunden hinkriegen. 

Was für ein Geschenk, dabei Hilfe bekommen zu können! 

 

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März 2025

Attraktion oder Bildungsobjekt? 

Sonntag, 2.3.  

"Eine Blinde!!!" - solche Rufe höre ich immer wieder von Kindern, die mich mit dem Langstock gehen sehen. Mal abgesehen davon, dass ich nicht blind bin (was man mir natürlich nicht ansieht), komme ich mir dann oft so vor, als wäre ich eine Attraktion im Zirkus und überlege, ob ich Eintritt verlangen könnte... ;-) Und manchmal habe ich den Impuls, den Stock zu verstecken, um diesen Rufen zu entgehen. 

Aber die positive Sicht gewinnt irgendwann die Oberhand: Immerhin haben diese Kids den Langstock richtig interpretiert. Das haben sie vielen anderen voraus. Und wenn Eltern dabei sind, erlebe ich immer wieder, dass Kinder, die die Bedeutung des Stocks nicht kennen und danach fragen, von den Erwachsenen aufgeklärt werden. Das ist inklusive Bildung hautnah! 

 

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Februar 2025

Tandem-Gruppe

Dienstag, 25.2.  

Seit heute gibt es auf dieser Website eine eigene Seite zur Tandem-Gruppe. Am Sonntag hatten wir unser erstes Planungstreffen, und es wird sicher viel über unsere Touren zu berichten geben. Das ist eine eigene Seite wert, finde ich. 

 

Dialog im Dunkeln 

Freitag, 21.2.  

Am 5. Juli fahren wir mit der Bahn nach Hamburg zum "Dialog im Dunkeln". Dort bekommt jeder einen Langstock (sofern kein eigener vorhanden) und wird von einem blinden Guide durch 4 absolut stockfinstere Räume geführt: ein Wald, ein Wohnzimmer, eine Straßenkreuzung und eine Kneipe. Orientierung ausschließlich mit Stock, Fingern, Füßen und Ohren! 

Hää? Was wollen denn die Blinden da? Die haben doch jeden Tag Dialog im Dunkeln! 

Zum einen geht es einfach um den gemeinsamen Ausflug. Schon in der Bahn werden wir viel zu Quatschen und zu Lachen haben. Außerdem ist hoffentlich noch Zeit für eine Hafenrundfahrt oder sowas. 

Zum anderen sind ja auch Sehbehinderte und Sehende dabei. Für die ist es eine spannende Erfahrung, die sie für die Probleme und Bedürfnisse blinder Menschen sensibilisiert. Nachdem ich letztes Jahr mit meinem Mann dort war, beschreibe ich zum Beispiel den Blinden unter uns viel genauer, wie ein Raum aussieht, in welcher Richtung Tische stehen usw., weil das die Orientierung erheblich erleichtert. 

Und schließlich sind die Guides dort der Hammer und ein Erlebnis für sich! 

Es sind noch Plätze frei. Wenn du Interesse hast mitzufahren, melde dich gerne bei mir. 

 

iPhone-Tipps 

Donnerstag, 20.2.  

Seit wir mit der Apfelgruppe angefangen haben, hat Peter, der die Gruppe leitet, Anleitungen zu Einstellungen, Apps und Siri-Nutzung für uns geschrieben. Nun hat er eine eigene Website erstellt, um sie auch Menschen außerhalb der Gruppe zugänglich zu machen. Den Link dazu findet Ihr unter "Aktivitäten - Apfelgruppe" und bei den "Infos A bis Z" unter dem Stichwort "iPhone-Tipps". Vielleicht ist ja auch für dich etwas Hilfreiches dabei!? 

 

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Januar 2025

Neues Sportangebot und PE-Gruppe geplant 

Freitag, 31.1.  

"Normale" Sportangebote wie Yoga, Gymnastik & Co sind für uns nur möglich, wenn es kleine Gruppen sind und Teilis wie Trainer sich darauf einlassen, dass wir extra Erklärungen und Unterstützung brauchen. Verschiedene Angebote wahrzunehmen ist mit viel Zeit und evtl. auch Überwindung verbunden. Wie cool wäre es, wenn es etwas gezielt für Sehbehinderte und Blinde gäbe, das speziell - aber nicht nur - auf unsere behinderungsbedingten Fehlhaltungen (Rücken, Schultern, Stockarm ...) eingeht, dachten wir uns und haben prompt eine Fachfrau gefunden, die mega Lust hat, genau so ein Angebot für uns zu "stricken". 

Heute hatten wir ein Planungstreffen, und wir sind ziemlich geflasht von den Möglichkeiten, die sie uns bieten kann: 

Funktionstraining, Pilates, Entspannung, Psychomotorik, Aerobic, Jazzdance - bzw. eine abwechslungsreiche, altersunabhängige Mischung daraus, die ganz auf unsere Wünsche und Bedürfnisse zugeschnitten wird. Sehende Begleitpersonen sind erwünscht und können kostenfrei teilnehmen. 

Sehr geil, oder? Ich kann hier im Moment keine Details verraten, solange das Angebot noch in der Entwicklung steckt, aber schon so viel: Es soll in der Nähe des Hildesheimer Hauptbahnhofs stattfinden, wöchentlich dienstags oder freitags von 10 - 11 Uhr. Pro Stunde kostet der Kurs etwa 50 €, die auf alle umgelegt werden. Wenn die Gruppe voll wird (maximal 10 Personen), wären das 5 € für jeden. Ich will noch prüfen, ob es Möglichkeiten der Bezuschussung gibt, kann aber nichts versprechen. Wenn du Interesse hast, kannst du dich bei mir gerne schon mal vormerken lassen. 

Außerdem soll es einmal im Monat dienstags von 14:30 Uhr bis 15:30 Uhr eine Gruppe für Psychoedukation geben. Hier wird es um die emotionale Seite gehen, die mit einer plötzlichen oder fortschreitenden Seheinschränkung verbunden ist: 

 Wie gehe ich mit den Verlusten von Selbstverständlichem, von Selbständigkeit, von Fähigkeiten, Zukunftsplänen, Träumen um? Wie überwinde ich meine Ängste, werde ich selbstbewusster, verhalte ich mich, wenn andere mir blöd kommen? Wie kann ich meine neue Lebenssituation mit ihren Einschränkungen und Herausforderungen akzeptieren? Was mache ich bei Panikattacken? 

Auch hier zieht unsere "Fachfrau" ein großes Repertoire an Methoden aus dem Ärmel. Es fallen Stichworte wie Atem- und Entspannungsübungen, Phantasiereisen, Spaziergänge, Körperwahrnehmung, bewusstes Hören, die Sonne genießen, bei sich ankommen. 

Dieses Angebot ist kostenlos. Und du kannst dich auch hierzu bei mir melden, wenn du Interesse an dieser Gruppe hast. 

Genaue Infos zu den Angeboten werde ich auf den Seiten "Aktivitäten" und "Termine" bekannt geben, sobald alles in trockenen Tüchern ist. 

 

Infos zum nächsten ABS-Treffen 

Sonntag, 26.1.  

Beim nächsten ABS-Treffen (siehe unter "Termine") geht es um das Thema Hörbüchereien. Zwei Teilnehmende informieren über die Möglichkeiten der Hildesheimer Stadtbücherei und über die Hörbücherei "Hörgenuss". Außerdem bekommen wir einen Einblick in Nutzung und Funktion des Daisy-Players. 

Tipps und Erfahrungen zu anderen Hörbüchereien können gerne im Anschluss ausgetauscht und / oder mir zugemailt werden. Ich werde sie auf der Info-Seite und im Protokoll des Treffens ergänzen. 

 

Behindert! 

Donnerstag, 23.1.  

Das Leitsystem auf dem Weg vom ZOB zum Hauptbahnhof ist ein Kapitel für sich, dort die Orientierung zu behalten immer wieder eine Herausforderung für Blinde. 

Als wir am Dienstag auf dem Weg zum Stolpersteine-Treffpunkt waren, parkte doch tatsächlich ein Taxi auf dem Leitstreifen, der vom Busbahnhof über die Fahrbahn Richtung Bahnhofsgebäude führt! Ein vermutlich türkischer Jugendlicher stürmte auf uns zu und rief laut. "Da steht ein Auto! Da steht ein Auto!" und führte uns drumherum. Habe mich total darüber gefreut. 

Nach so einer Umrundung den richtigen Weg wiederzufinden, ist für blinde Menschen nicht leicht, da sie mit dem Stock den Boden nach den gewohnten hilfreichen Markierungen absuchen müssen. Wie oft stehen Menschen unbedacht auf den für uns so wichtigen Leitstreifen... Wir würden mit unserer Behinderung viel besser klarkommen, wenn wir nicht von gedankenlosen oder unwissenden Mitmenschen behindert würden! 

Wie schön, dass es auch immer wieder solche Lichtblicke wie den aufmerksamen Jugendlichen gibt :-) 

 

Stolpersteine Probeführung 

Dienstag, 21.1.  

Im April haben wir eine blindengerechte Stolpersteine-Führung geplant. Heute haben wir und zu zweit mit Herrn D. getroffen, der diese Führung leiten wird, um mal eine Proberunde zu drehen und Details zu klären. Dabei bekamen wir eine erste Kostprobe. 

Stolpersteine sind kleine quadratische, in die Pflasterung der Bürgersteige eingelassene Steine, die nach oben hin mit einer Messingplatte abschließen, auf der Eckdaten zu Menschen stehen, die unter dem Nazi-Regine gelitten haben, deportiert und ermordet wurden oder fliehen konnten. Die Steine sind vor ihren Haustüren in den Boden eingelassen und Herr D. wird diese Eckdaten mit interessanten und berührenden Geschichten füllen. Er wird einen Stein dabeihaben, den wir befühlen können, und uns mit zusätzlichen Infos zum Aussehen der Häuser versorgen. 

Wir starten unseren Rundgang am Eingang der Martin-Luther-Kirche, laufen dann mit Stopps bei diversen Stolpersteinen über Heinrichstraße, Ottoplatz, hinterm Bahnhof lang bis zur Peiner Straße. Die Tour ist ungefähr 2 km lang und wird etwa 2 Stunden dauern. Ich bin gespannt auf ein Stück Stadtgeschichte aus ganz anderer Sicht! 

Damit die Gruppe nicht zu groß wird und wir uns womöglich mit unseren Langstöcken gegenseitig zu Fall bringen, haben wir uns auf eine Grenze von etwa 15 Personen geeinigt und einen Anmeldeschluss bis Ende Februar festgelegt. Wenn du Interesse hast, melde dich gerne bei mir! 

 

Blindenwitze 

Sonntag, 19.1.  

Gestern stand ein Witz in der HAZ (habe den Schluss etwas abgeändert, damit er für VoiceOver-Nutzer verständlich ist.): 

Sitzt ein Mann beim Optiker. Sagt der Optiker: "Lesen Sie mir mal die Zahlen vor." Fragt der Mann: "Welche Zahlen?" Sagt der Optiker: "Na die auf der Tafel." Fragt der Mann: "Auf welcher Tafel?" Sagt der Optiker: "Na die an der Wand." Fragt der Mann: "An welcher Wand?" Sagt der Optiker: "Guter Mann, Sie brauchen keine Brille, Sie brauchen einen Blindenhund." Fragt der Mann: "Was soll ich mit einem Hund, der nichts sehen kann?" 

Ich liebe Blindenwitze! Deshalb noch zwei: 

Ein Blinder und ein Tauber machen zusammen Tanzmusik. Fragt der Blinde: "Tanzen sie schon?" Fragt der Taube: "Ach, spielen wir schon?" 

Ein Arzt, ein Pastor und ein Ingenieur spielen Golf. Vor ihnen eine Gruppe, die nicht voran kommt. Sie fragen den Platzwart: "Warum dauert es bei denen denn so lange?" Der Platzwart: "Ach, das sind Feuerwehrmänner, die letztes Jahr bei einem Einsatz ihr Augenlicht verloren haben." Sagt der Arzt: "Ich bin mit einem Augenarzt befreundet. Den frage ich mal, ob er ihnen helfen kann." Sagt der Pastor: "Ich werde für ihre Heilung beten." Fragt der Ingenieur: "Können die nicht nachts spielen?" 

Wer Lust auf mehr Blindenwitze hat, kann das einfach mal als Stichwort in die Suchmaschine eingeben. 

 

Apfelgruppe 

Samstag, 11.1.  

Heute war wieder Apfelgruppe. Wir beschäftigen uns im Moment vor allem mit Apps zu Navigation und Mobilität. Dazu gehören Apps, die uns Fahrplanauskünfte geben. Nachdem die von uns intensiv genutzten Apps "Abfahrt" und "Bahnhof live" nicht mehr funktionieren, hat unser "Coach" im Vorfeld unsere Bedarfe abgefragt und "ÖPNV Navigator" ausfindig gemacht und dessen Nutzungsmöglichkeiten erprobt, die wir step by step von ihm erklärt bekommen und ausprobiert haben. 

Beim "ÖPNV Navigator" kann man natürlich Start- und Zielort, Abfahrts- oder Ankunftszeit eingeben und die entsprechende Verbindung angezeigt bekommen. Alles funktioniert problemlos mit Voice Over und Spracheingabe. Man kann sich die Lieblingshaltestellen speichern und sich alle abfahrenden Buslinien oder Züge (derzeit außer DB) anzeigen bzw. ansagen lassen und bekommt Infos über Verspätungen, um nur einige der vielen Anwendungen aufzuzählen. Besonders hilfreich finde ich, dass man als Ziel auch eine Adresse angeben kann, die App mir dann die nächstgelegene Haltestelle zeigt und mich von dort zum Ziel navigiert. 

Wirklich toll ist bei unseren Treffen, dass meist zwei oder mehr Sehende dabei sind, die uns bei den Einstellungen und beim Ausprobieren der verschiedenen Funktionen tatkräfig helfen. So bleibt es nicht nur eine theoretische Erklärung, mit der nur die Versierten etwas anfangen können. Jeder wurschtelt sich mit oder ohne Hilfe so lange durch, bis es klappt. 

 

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