Tandem-Gruppe

Teamspaß auf Rädern

Aktuelle Infos und Berichte

Auf dieser Seite informieren wir über die aktuellen Aktivitäten unserer Tandem-Gruppe wie Planungen, Ausflugsziele und Berichte über Touren.

Weiter unten findest du Infos über Aufgaben und Coaching unserer Piloten. Du erreichst den Abschnitt über diesen Link: Piloten

Grundsätzliche Infos zur Gruppe findest du auf der Seite "Aktivitäten", wo wir alle ABS-Gruppen vorstellen.

Termine 2026 

Montag, 16.3.26 

Im April wollen wir uns treffen, um die Termine und größeren Touren für dieses Jahr zu besprechen. Eine Frage wird sein, ob wir die regelmäßigen Treffen jedes 2. Wochenende beibehalten oder z. B. auf einmal im Monat für längere Touren reduzieren und die restliche Zeit mit spontanen Fahrten "auf Zuruf" über den Gruppen-Chat füllen. Dafür kämen dann auch Touren unter der Woche infrage. 

Sobald die Termine feststehen, findest du sie auch auf der ABS-Termine-Seite. 

 

Fahrradmesse am 15.3.26 

Gestern war die Fahrradmesse vom ADFC in der Andreaspassage. Wir hatten viele nette Gespräche und sind gespannt, ob sich tatsächlich einige von den interessierten Menschen bei uns melden. Auf jeden Fall hat der Stand dazu beigetragen, etwas bekannter zu machen, dass es in Hildesheim eine Tandem-Gruppe gibt. Und ich habe durch die Gespräche mit sehenden Tandem-Liebhabern beschlossen, unsere Gruppe noch inklusiver zu machen: 

Ich möchte unsere Gruppe öffnen für alle Menschen, die gerne mit uns radeln wollen - ob auf einem Tandem oder ihren "normalen" Rädern. 

Wer Lust hat, mal das Tandem-Fahren auszuprobieren, kann sich auf einer unseren kleineren Touren zu einer Probefahrt anmelden. Wir haben verschiedene gebrauchte Gruppen-Tandems, die ausprobiert werden und bei Gefallen auch in den persönlichen Besitz übergehen können. 

Bei Interesse nimm gerne Kontakt zu mir (Anette Sommer) auf.

Außerdem bin ich mit Nicole Gent ins Gespräch gekommen, der neuen Leiterin des ehrenamtlichen Rikscha-Touren-Angebots der Malteser. Wenn du Interesse hast, mal auf einer unserer Touren dabei zu sein, aber nicht selbst radeln kannst, könntest du uns in einer Fahrrad-Rikscha begleiten, die von einer ehrenamtlichen, geschulten Person gefahren wird. 

Kontakt Nicole Gent: 0151 - 670 34 150 

 

Sonntag, 8.3.26 

Der folgende Text steht auch im Blog:

Am kommenden Sonntag haben wir von 10 bis 17 Uhr mit unserer Tandem-Gruppe einen Stand auf der Fahrradmesse in der Andreaspassage. Wir freuen uns, dass wir unsere Gruppe dort präsentieren können! 

Mit dabei sind neben uns und einige unserer Piloten ein "normales" Tandem und ein "Pino" von Hase-Bike. Das ist ein E-Tandem, bei dem der Pilot HINTEN auf der üblichen Fahrradsattelhöhe sitzt und die sehbeeinträchtigte Person (ich in diesem Fall, weil es meinem Mann und mir gehört) vorne - etwa auf Stuhlhöhe mit Rückenlehne und einer kleinen, breiten Sitzfläche. Ich habe seitlich an der Sitzfläche zwei kleine Griffe zum Festhalten. Die Pedale erreiche ich mit nach vorn ausgestreckten Beinen, ähnlich wie beim Liegerad. Cool an diesem Rad ist, dass man es auf normale Fahrradlänge zusammenschieben und auf einem herkömmlichen Autoheckträger transportieren und problemlos im Zug mitnehmen kann. 

Es gibt noch viele andere spezielle Tandems, von denen wir aber leider nur Fotos dabei haben werden. Eines kann man wie ein Lastenanhänger an ein normales Fahrrad hängen, ein anderes hat zwei Räder vorne und ist speziell nach Wunsch angefertigt worden. 

Einige normale Tandems würden wir gerne verkaufen, um Reparaturen an unseren Gruppentandems finanzieren zu können. Auch davon werden wir Fotos dabeihaben. Für eine Probefahrt bräuchte es einen extra Termin. 

Riesig freuen würden wir uns, wenn wir mit vielen Menschen über die Tandem-Gruppe, ABS, Blindheit und Sehbehinderung ins Gespräch kommen. Und vielleicht sind ja auch einige dabei, die gerne bei uns mitmachen möchten - als Betroffene, Piloten oder ehrenamtliche Helfer. 

Falls du also Interesse hast, unsere Tandems oder uns mal kennenzulernen, besuch uns gerne nächsten Sonntag. Wir stehen am Ausgang zur Andreaskirche. 

Unten auf dieser Seite findest du weitere Infos zum Thema "Piloten". 

 

Rück- und Ausblick

Samstag, 13.12.25

Dieses Jahr war irgendwie der Wurm drin! Entweder passte das Wetter nicht oder es standen zu wenig Piloten zur Verfügung. So haben wir leider deutlich weniger Touren gemacht als vorgesehen, davon nur eine größere Tour. 

Über unseren Kontakt zum ADFC und zu den Maltesern haben wir 2 neue Piloten dazugewinnen können. Beide haben die größere Tour mit ihrem Fahrrad begleitet. Der Einstand bzw. die Eingewöhnung auf dem Tandem steht noch aus. Ob wir damit dann ohne Engpässe bei der Piloten-Versorgung auskommen, müssen wir abwarten. Ich glaube aber, dass wir sehr gut noch weitere gebrauchen können. 

Interesse? 

Damit wir nicht für jede Tour eine neue Route planen müssen, hatte ich die Idee, dass jeder Pilot eine feste Route anbieten kann. Bei den regelmäßigen Fahrten schauen wir dann, welche Piloten jeweils anwesend sind und wessen Route wir an diesem Tag nehmen. Im Grunde liegt der Sinn unserer Fahrten schließlich nicht darin, ständig neue Gegenden zu entdecken, sondern gemeinsam zu radeln. Da dürfen sich die Strecken gerne auch ab und zu wiederholen. 

Im Januar gibt es das Planungstreffen für 2026 (Termin steht noch nicht fest). Da schauen wir mal, ob wir den diesjährigen zweiwöchentlichen Rhythmus beibehalten wollen oder eine andere Variante ausprobieren. Denkbar wäre z. B., dass wir uns nur einmal im Monat sonntags treffen und zusätzlich bei den Feierabend-Touren des ADFC mitradeln. Wir werden sehen! Sobald die Termine für nächstes Jahr feststehen, werden sie mit auf die Termine-Seite aufgenommen. 

 

Beim ADFC

Dienstag, 1.7.25

Heute Abend waren wir zur monatlichen Sitzung des ADFC eingeladen. (Wir nutzten die Gelegenheit, uns vorher zum Essen zu treffen. Socializing ist sowas Schönes!)

Wir haben unsere Tandem-Gruppe vorgestellt, weil wir zum einen auf der Suche nach weiteren Piloten sind. Eigentlich hätten wir genug, aber die Piloten haben ja auch eigene Termine, vor allem am Wochenende. Und so bangen wir manchmal, ob alle von uns "Blindschleichen" auf eine Tour mitkommen können, oder ob einige mangels Piloten verzichten müssen. Größere Freiheit für alle ist also unser Ziel. 

Die versammelten Mitglieder zeigten sich vielfach sehr offen und interessiert und hatten viele Nachfragen. Wir haben eingeladen, einfach mal mit dem Rad eine unserer Touren zu begleiten und uns kennenzulernen. Hilfreich war, dass eine unserer Pilotinnen dabei war und von ihren ersten Erfahrungen bei uns berichten konnte. Unser "Anlernen" von Neulingen stieß auf reges Interesse: Wir lassen erfahrene Piloten mit unerfahrenen Tandem-Neulingen fahren, später gerne auch mit Sichtschutzbrille, damit sie ein Gefühl dafür entwickeln, was ein "blinder Passagier" braucht. Dann kombinieren wir neue Piloten mit erfahrenen blinden Beifahrern, von denen sie die Tipps und wichtigen Kommandos lernen. Das ganze auf kürzeren Strecken, bis sie sich eingewöhnt haben. Und dann einfach mutig drauflos!

Unser zweites Anliegen: Tipps für Routen, die mit dem Tandem zu bewältigen sind. Da bekamen wir von den Routenplanern im Raum die Info, dass die Touren, die sie bei Komoot einstellen, immer eine Kennzeichnug haben, ob sie für Tandems und / oder Anhänger (wichtig für unsere dreirädrigen Gespanne) geeignet sind. Das erleichtert uns die Planung von Event- und Sonntags-Touren hoffentlich deutlich!

Ich war sehr erfreut, wie entspannt und interessiert viele aus der Runde waren (im Stillen rechne ich ja doch immer mit der Möglichkeit, auf Berührungsängste und Mitleid zu stoßen). Der 1. Vorsitzende wird unseren Wunsch nach Piloten-Zuwachs mal per Mail an alle Mitglieder herantragen. Und dann schauen wir mal, ob sich etwas ergibt!

 

Fahrradlesung 

Sonntag, 29.6.25 

Heute fand die unten angekündigte Fahrradlesung statt. Wir haben mit drei Tandems (+ zeitweilig einer "Fußgängerin" aus unserer Gruppe) daran teilgenommen. Wie unten beschrieben starteten wir in der Markus-Gemeinde in Ochtersum. Vermutlich wetterbedingt (es waren 29 °) waren es weit weniger Besucher als von mir erwartet. Die meisten waren Teilnehmerinnen der Schreib-Workshops. Das schmälerte aber unser Vergnügen an der Veranstaltung nicht, die ich wirklich großartig fand. 

Vorab saßen wir etwa eine halbe Stunde bei Suppe oder Salat, leckeren Schnittchen oder Kuchen und einem Getränk im Schatten, bevor die Lesung begann. Dafür war quasi als Bühne ein Tisch mit Mikrofon ausgestattet, an dem die jeweils Lesende Platz nahm. Pro Station gab es 2 bis 3 Lesungen in Form von poetischen oder biografischen Geschichten und Gedichten, die mich alle in ihren Bann gezogen und berührt haben. Jede Lesende wurde im Anschluss an ihren Vortrag zu ihrer Motivation und dem Schreibprozess interviewt. Und nun kann ich mir auch vorstellen, wie so eine Schreibwerkstatt abläuft - mit verschiedensten Impulsen und Feedback aller Teilnehmenden, die helfen, die eigene Geschichte weiterzuentwickeln. 

Einige Geschichten waren von Bildern oder Fotos inspiriert. Leider haben die Studentinnen, die die Workshops durchgeführt und die Veranstaltung heute geleitet haben, wohl nicht mitbekommen, dass blinde Zuschauer (klingt irgendwie paradox, oder?) dabei waren, und hielten die Bilder nur hoch oder verteilten sie im Publikum. Da mussten uns dann unsere Piloten eine Beschreibung liefern, was vielleicht etwas die ruhige Atmosphäre störte. Eine der Vortragenden hat jedoch geschaltet und uns eine hervorragende Bildbeschreibung vor ihrer Lesung geschenkt. Doch die Geschichten und Gedichte erzeugten durch ihre detaillierten und liebevollen Schilderungen der Szenen auch so lebhafte Bilder und Erinnerungen vor unserem geistigen Auge. Sehr faszinierend! 

Im Anschluss an die Lesungen gab es an jeder Station noch ausreichend Zeit für Gespräche. Die Strecken zwischen den Stationen waren mit dem Rad gut in 20 Minuten zu schaffen, so dass alles sehr gemütlich und entspannt ablief. Für mich ein absolut runder und gelungener Tag, auch ganz speziell für Menschen mit Seheinschränkungen! Einen weiteren Aspekt möchte ich dazu noch aus unserer speziellen Sicht aufgreifen. Der gehört aber eher in den Blog. Also Fortsetzung dort! 

 

 

Veranstaltungstipp:

Pedal & Poesie

Fahrradlesung am 29. Juni

Entdecke Texte von Schreibenden aus Hildesheim und Umgebung!

Bei einer Workshopreihe in Hildesheim, Barienrode und Itzum hatten schreibbegeisterte Menschen die Möglichkeit, ihre Geschichten auf Papier zu bringen. An den drei Schreiborten möchten wir euch nun die entstandenen Texte präsentieren – unter freiem Himmel und in entspannter Atmosphäre. Auch wird es Zeit für Gespräche, Entspannung und ausreichend Verpflegung geben.

Zwischen den Lesungen besteht die Möglichkeit, per Fahrrad gemeinsam von einem Ort zum nächsten zu fahren – muss man aber nicht. Wer mag, kann bei nur einer Lesung dabei sein, bei zweien oder bei allen dreien.

Schnapp dir dein Rad und starte mit uns gemeinsam an der Markusgemeinde oder komm selbständig zu den Stationen deiner Wahl. Erlebe Literatur aus deiner Umgebung in: ࣼ

● 12:00 Uhr: Hildesheim

    Gemeindehaus Markusgemeinde mit kleiner Mittagsverpflegungࣼ

● 14:30 Uhr: Barienrode 

    Gemeindehaus Titus-Gemeinde mit Snacks und Getränkenࣼ

● 16:30 Uhr: Itzum 

    Gemeindehaus Katharina-von-Bora-Gemeinde mit Kaffee und Kuchenࣼ

Die Teilnahme ist kostenlos.

Mehr Infos:

www.248sachen.de

 

Feste Termine in der Saison 2025 - 7.4.25 

In dieser Saison treffen wir uns zusätzlich zu den "Event-Touren" alle 14 Tage sonntags um 14:30 Uhr, um 1 - 2 Stunden durch die Natur in und um Hildesheim zu radeln - nach Lust und Laune verbunden mit einer Einkehr zu Kaffee und Kuchen oder einem abschließenden Snack (siehe dazu auch auf der Termine-Seite). 

Außerdem suchen wir gerade nach einem weiteren festen Tag unter der Woche, der "auf Zuruf" über den Tandem-Chat organisiert wird und eher als Sporttermin fungiert. Das Problem: Für uns "Blindschleichen", die wir auf Öffis angewiesen sind, passen nur frühere Uhrzeiten, die sehenden "Piloten" und diejenigen von uns, die arbeiten, können aber oft erst später. Doch um unseren lieben M. zu zitieren: "Ein Problem ist eine Lösung in Arbeitskleidung!" Wenn wir diese Lösung gefunden haben, erfahrt Ihr hier davon. 

Apropos Blindschleichen: J. hat für die Seheingeschränkten unter uns Warnwesten gekauft. Vorne ist unser ABS-Loge zu sehen. Auf dem Rücken ist oben ein großes Blindenabzeichen (drei schwarze Punkte) aufgedruckt. Und darunter steht entweder "Blindschleiche" oder "Blinder Passagier". Wir lieben diesen Humor! 

 

"Anradeln" - 26.3.25 

Wir starten am 6. April in die Tandem-Saison. Treffen ist um 14:30 Uhr an der Tandem-Garage. Die Tour steht noch nicht fest, aber das geplante Ziel zum Abschluss:

Um 16:30 Uhr finden wir uns im Eleon ein, um die Details wie Termine und Touren für dieses Jahr festzulegen.

Bei schlechtem Wetter treffen wir uns gleich am Eleon.

 

Planungstreffen - 25.2.25

Am Sonntag haben wir uns zu einem gemeinsamen Essen und zur Planung der nächsten Tandem-Saison getroffen. Sehr lecker und konstruktiv :-)

Zum einen soll es einen wöchentlichen Abendtermin geben (Wochentag muss noch geklärt werden), an dem sich wer mag an der Tandem-Garage zu einer Feierabend-Tour trifft, die 1 bis 1.5 Stunden dauern soll. Einfach nur radeln, vielleicht im Anschluss mit einer Einkehr zu einem kühlen Getränk ...

Zum anderen haben wir über mögliche Event-Touren (20 - 40 km) nachgedacht. Wir sind damit nicht an Hildesheim gebunden, da wir unsere Tandems mit Auto, Bahn und 4 Tandems auch im Transporter einer Teilnehmerin zu beliebigen Startpunkten mitnehmen können. So sind wir letztes Jahr z. B. auf dem Grünen Ring durch Hannover geradelt.  Um unser Touren-Repertoire zu erweitern, wollen wir uns vor Saison-Start noch mit einem Menschen vom ADFC austauschen, der bestimmt weitere interessante Streckenvorschläge für uns hat. 

Unsere Ideen für 2025 sind bis jetzt:

Derneburg (Glashaus)

Giften - Sarstedt (mit Pause im "Kuckuck")

Sarstedt - Wiesendach (mit Park der Sinne)

Kulturen-Weg Bad Gandersheim

"Ring" in Braunschweig 

Die Orga der Touren übernehmen verschiedene Teilnehmer aus unserer Gruppe. Die Orga der Tour "Giften - Sarstedt" ist bereits gesetzt.

Ein Teilnehmer brachte außerdem die Idee auf, mal ein gemeinsames Wochenende in einem der Aura-Hotels (spezielle Häuser für Sehbehinderte und Blinde; siehe auch auf der Seite "Infos A bis Z") zu verbringen. Wie cool! Das bringt bestimmt viel für das Vertrauen und die Vertrautheit zwischen Piloten und Beifahrer, die enorm wichtig sind, um sich blind aufeinander verlassen zu können! Mal schauen, ob's schon dieses Jahr was wird :-)

 

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Piloten - Die Chefs am Lenker

Piloten nennen wir die sehenden Fahrer, die den Lenker, meist auch Bremse und Gangschaltung und die Hauptverantwortung für das Tandem-Team in Händen halten. 

Wir versuchen, einen größeren Pool von Piloten aufzubauen, damit wir "Blindschleichen" so oft fahren können, wie wir möchten, ohne dass sich die ehrenamtlichen Fahrer zu oft verpflichtet fühlen müssen. Deshalb hier einige Infos zu den Voraussetzungen, Anforderungen und dem Coaching von "Frischlingen":

 

Voraussetzungen

- geübter, sicherer Radfahrer

- verantwortungsbewusste Gelassenheit

- Kommunikationsfähigkeit

- Teamfähigkeit

- Offenheit und Sensibilität für Bedürfnisse des Beifahrers

- unkomplizierter Umgang mit Blinden "auf Augenhöhe"

- ein gewisses Maß an Fitness (sollte pro Tour für insgesamt 30 - 40 km ohne Unterstützung, aber mit Pausen ausreichen)

Tandem-Erfahrung ist hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Das kann man genauso lernen wie den richtigen, entspannten "Umgang" mit sehbeeinträchtigten Menschen.

Für den Fall eines Unfalls wären eine Unfall- und Haftpflichtversicherung sinnvoll. Für unsere Piloten als "ehrenamtliche Funktionsträger" kommt zur Not aber auch die Ehrenamtsversicherung des Landes Niedersachsen auf.

 

Anforderungen

Zum Tandemfahren mit blinden und sehbehinderten Menschen gehört mehr als allein das Radeln. Da wir wenig oder gar nichts von dem sehen, was gerade passiert, läuft alles über Ansagen und Kommandos: 

Der Pilot muss sich vergewissern, dass sein Beifahrer, der in der Regel hinter ihm sitzt, startklar ist, bevor es losgeht. 

Das Starten wird eingezählt. 

Alle Veränderungen im Fahrfluss müssen möglichst rechtzeitig angesagt werden: Kurven, Hindernisse (auch in Kopfhöhe), Steigungen und Gefälle, Wechsel im Untergrund, Tempoveränderungen und die Gründe dafür (z. B. "Da vorne ist die Ampel rot, lass mal rollen.". 

Zum Anhalten wird runtergezählt. 

Und wenn der Pilot bei unkomplizierten Wegstrecken noch Zeit hat, die Umgebung zu beschreiben - großartig!

Aber es gehört bei uns auch der Weg zum Rad, ins Lokal, zu Ausflugszielen dazu. Wie führe ich einen blinden Menschen? Wie zeige ich ihm, wo z.B. das Rad steht? Wobei braucht er meine Unterstützung, wobei nicht? Und wie helfe ich am besten?

Tipp 1: Unsere Bedürfnisse und Vorlieben sind sehr unterschiedlich. Am besten einfach fragen! Blöde für uns ist, wenn Sehende einfach ungefragt etwas mit uns oder für uns machen.

Tipp 2 zur Kommunikation mit Blinden: Sie sehen keine Gesten und Fingerzeige, kein Nicken oder Kopfschütteln, haben keinen Blickkontakt, sehen nicht, wo ihr Begleiter sich befindet, solange er "stumm" ist, oder was er gerade tut. Also benutzt Worte zur Kommunikation! Macht euch bemerkbar, erklärt, was Ihr tut, haltet "Hörkontakt"!

 

Tandem - Coaching

1. Menschen, die keinerlei Erfahrung mit dem Tandem haben, müssen dieses erstmal mit anderen erfahrenen Piloten üben, erst hinten, dann vorne.

2. Zur Sensibilisierung für die Situation der Beifahrer können besonders mutige "Neulinge" eine Tour mit verbundenen Augen und einem erfahrenen Piloten fahren.

3.  Für die erste "richtige" Tour bekommen neue Piloten einen erfahrenen und unerschrockenen blinden Beifahrer. Da können dann auch die Kommandos nochmal nachjustiert werden, falls nötig.

4. Eine Fahrt mit den ungeübteren Beifahrern unter uns findet erst dann statt, wenn die neuen Piloten sich dafür sicher und gewappnet fühlen.

So weit erstmal im Groben. Der Rest ist Gefühl, Chemie, Vertrauen und Mut.

 

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